Ein solches Panzer-Wrack soll in Berlin aufgestellt werden. Darüber gibt es seit Monaten Streit.
Ein solches Panzer-Wrack soll in Berlin aufgestellt werden. Darüber gibt es seit Monaten Streit. www.berlinstory.de

Der Schrott-Panzer ist noch nicht da, aber das Geschrei um ihn ist bereits ohrenbetäubend. Es geht um das Panzer-Wrack, das vor der Russenbotschaft in Berlin aufgestellt werden soll. Obwohl ein Gericht die Aktion bereits genehmigte, macht der Bezirk Berlin-Mitte jetzt eine Riesenwelle und will die Aufstellung des Wracks verhindern.

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Der Bezirk Berlin-Mitte bittet das Verwaltungsgericht, den Beschluss zur Genehmigung der Ausstellung aufzuheben, schreibt der Tagesspiegel-Checkpoint und weiß auch, warum: „Der Verein ‚Historiale‘ von Enno Lenze habe bisher weder die Maße und das Gewicht des auszustellenden Panzers noch einen Ausstellungszeitraum bekannt gegeben – eine Genehmigung könne trotz der Gerichtsentscheidung vom 22.10.22 deshalb nicht erteilt werden“.

Die im Verfahren gemachten Angaben seien nach Auffassung des Bezirks „obsolet“, es bedürfe „klarstellender Ausführungen des Antragstellers“. Die sind bisher offenbar ausgeblieben, und darum ist es fraglich, ob der Schrott-Panzer je in Berlin aufgestellt wird. Das hat aber nicht nur damit zu tun, dass der Bezirk dagegen stänkert. Offenbar gibt es auch beim Transport des Panzers einige Unklarheiten.

Die Ausstellung „Ukrainische Memes im Berlin Story Bunker“. Museumsmacher Enno Lenze.
Die Ausstellung „Ukrainische Memes im Berlin Story Bunker“. Museumsmacher Enno Lenze. Sabine Gudath

Museumsmacher Enno Lenze teilte dem Checkpoint dazu mit: „Es gibt einen konkreten Panzer“ – einen vor zwanzig Jahren modernisierten, beschädigten T-72 b3, der in Kiew auf einem Parkplatz für erbeutete Kriegsgeräte stehe. Zieltermin sei der 24. Februar. Allerdings fehle noch etwas: eine Bestätigung, dass der Panzer auch entmilitarisiert ist, dazu einige Genehmigungen und ein Panzerschlepper. Wenn’s weiter nichts ist ...

Die Ukraine, so Lenze, unterstütze das Projekt, habe aber wegen der Kämpfe an der Front auch große Schwierigkeiten, die notwendigen Formalien zu erfüllen. In der nächsten Woche wolle Lenze noch mal in die Ukraine reisen und schauen, wie der Stand der Dinge ist.

Unabhängig davon rät Mitte-Bürgermeisterin Stefanie Remlinger (Bündnis 90/Die Grünen) den Museumsmachern, ihren Antrag erst einmal zurückzuziehen, „damit eine Genehmigung nicht abläuft, bevor der Panzer da ist“. Das Rechtsamt erklärte, es sei zu einer Zusicherung bereit, „sofern der Antragsteller abschließend den Ausstellungszeitraum und das Ausstellungsobjekt verbindlich benennt“. Remlinger sicherte im Checkpoint zu: „Wenn der Panzer da ist, wird es für die Aufstellung eine Genehmigung geben.“

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Lenze kommentierte das am Montagmorgen auf Twitter: „Ich finde es interessant, dass die Bürgermeisterin seit Monaten jedes Gesprächsangebot ablehnt und nur mit Anwälten mit uns kommuniziert – gegenüber der Presse dann aber so etwas erklärt. Den Panzer und Termin kennt ihr Amt seit Monaten.“