Das Winter Wunderland sollte auch verschiedene Fahrgeschäfte nach Hoppegarten bringen (Symbolfoto). Foto: imago/Fotoagentur Nordlicht

Eigentlich sollte das „Winter Wunderland“ schöne Stimmung auf die Rennbahn in Hoppegarten bringen, ein Ausflugsziel für Familien werden. Schon im vergangenen Jahr sollte der weihnachtliche Freizeitpark für Familien mit Schlittschuhbahn, Fahrgeschäften und Märchenwald eröffnen. Doch nun gibt es wieder Zoff, die Fronten scheinen verhärtet. Schon vergangene Woche zeichnete sich ab, dass die Gemeinde den Rummel untersagen wollte – und jetzt wird’s ernst. Das „Winter Wunderland“ wird nicht genehmigt – und der Veranstalter kündigt an, rechtlich dagegen vorzugehen.

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„Winter Wunderland“ in Hoppegarten: Gemeinde verbietet Freizeitpark

Seit Tagen wird auf der Rennbahn in Hoppegarten aufgebaut, viele freuen sich auf den großen Weihnachtsrummel. Doch nun wackelt das ganze Vorhaben. Nachdem bereits bekannt wurde, dass die Gemeinde dem „Winter Wunderland“ die Genehmigung versagte, gibt es dazu nun auch ein offizielles Statement vom Bürgermeister. Dort heißt es, die Antragsunterlagen, die vom Veranstalter übermittelt wurden, „weisen wesentliche Lücken auf“. Der Freizeitpark könne deshalb nicht genehmigt werden.

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Grund seien vor allem „erhebliche Sicherheitsbedenken“. Denn: „Aus der Konzeption heraus sind weder die Besucherströme noch die Verkehrslenkung des Individualverkehrs verbindlich geregelt. Der Veranstalter prognostiziert an einem Wochenendtag Besucherzahlen zwischen 5.000 und 12.000 Besuchern pro Veranstaltungstag, wobei ihm selbst bewusst ist, dass aktuell nur 5.000 Besucher gleichzeitig das Gelände betreten dürfen“, heißt es in der Mitteilung.

Es sei nicht geregelt, was passieren soll, wenn sich bereits 5000 Besucher auf der Anlage befinden. „Die Ordnungsbehörde kann keine Besucherströme von 500, 1.000 oder gar 7.000 Menschen vor den Toren der Rennbahn regeln.“ Zudem gebe es keine Schallprognose für die Geräuschbelastung durch Beschallungsanlagen, Fahrgeschäfte und Besucher. Die Rede ist außerdem davon, dass die Unterlagen erst am 19. Oktober 2021 eingereicht und am 06.11.2021 nochmals modifiziert wurden.

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Auf Facebook zeigten sich die Veranstalter des „Winter Wunderland“ vor Tagen noch optimistisch.

Foto: Facebook

„Uns ist die Tragweite der Entscheidung sehr wohl bewusst“, sagt Bürgermeister Sven Siebert. „Dennoch steht im Vordergrund unserer Beurteilung, ob wir die Sicherheit der vielen Besucher gewährleisten können. Nicht mehr, aber vor allem auch nicht weniger!“

Er wolle aber betonen, dass die Absage in keinem Zusammenhang mit einer Petition stand. Anwohner hatten sich zusammengeschlossen, um per Unterschriftensammlung Großveranstaltungen auf der Rennbahn abzuwenden. „Die Verwaltung der Gemeinde Hoppegarten beurteilt den Sachverhalt allein nach rechtlichen Gesichtspunkten“, sagt Siebert.

Aktion von Rummel-Fans: Petition sollte das „Winter Wunderland“ retten

Derweil wurde sogar eine andere Petition gestartet, die das Winter Wunderland retten sollte. „Ich kenne so viele Kinder und Familien, die sich auf das Winter Wunderland gefreut haben. Es haben sich sogar Gruppen gegründet, welche Kinder mit welcher Familie mitgehen können, weil es die eigenen Eltern nicht schaffen“, sagte Initiatorin Karen Klaaß der „MOZ“.  Knapp 7000 Menschen haben bisher unterschrieben.

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Veranstalter Jens Schmidt will allerdings weiter am „Winter Wunderland“ festhalten, heißt es in einer Erklärung, die er am Mittwochabend unter anderem in einer Facebook-Gruppe von Hoppegarten veröffentlichte. „Wir haben uns mit den Ablehnungsgründen befasst und sind der Auffassung, dass die Bedenken der Gemeinde nicht zutreffen“, sagt er demnach. Er wolle deshalb gegen die ablehnende Entscheidung der Gemeinde gerichtlich vorgehen. Eine Potsdamer Anwaltskanzlei habe einen Eilantrag beim Verwaltungsgericht Frankfurt (Oder) eingereicht.

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Zudem habe ein externer Gutachter das Sicherheits- und Hygienekonzept geprüft, dessen Empfehlungen seien in das Konzept eingeflossen. „Im Sinne der Kinder, Familien und vielen Besucher, die sich auf eine magisch-wunderbare Zeit im Wunderland freuen, hoffen wir daher weiter auf eine Zusage der Gemeinde“, sagt Schmidt. „Unser Gesprächsangebot zu weiteren Überlegungen und Schritten steht nach wie vor.“