Das Sport- und Erholungszentrum wäre ein idealer Ort für ein Impfzentrum. Imago

Der Corona-Inzidenzwert für Berlin geht durch die Decke. 227,8 Neuinfektionen innerhalb einer Woche auf 100.000 Einwohner meldete die Gesundheitsverwaltung am Mittwoch. Neben der geplanten Verschärfung der 2G-Regeln soll vor allem rasches Impfen für einen Rückgang der Zahlen sorgen. Daher plant der Senat ein neues Impfzentrum im Ostteil der Stadt. Im Visier ist das Sport- und Erholungszentrum (SEZ) – das ehemalige Spaßbad der DDR.

Den Auftrag für die Suche erhielt wieder einmal Albrecht Broemme (68) – der Mann für alle Notfälle, der einst Berlins Landesbranddirektor war. Der 68-Jährige baute schon das Corona-Krankenhaus an der Messe unter dem Funkturm und die sechs Impfzentren auf. Nur zwei davon sind noch geöffnet. Sie befinden sich beide im Westteil der Stadt. Nun soll ein drittes im Osten Berlins entstehen, da die einstigen Impfzentren in der Arena Treptow und im Velodrom in Prenzlauer Berg für andere Veranstaltungen genutzt werden.

Albrecht Broemme hat das Corona-Krankenhaus aufgebaut. Nun sucht er in Lichtenberg und Friedrichshain nach Gebäuden für ein neues Impfzentrum im Osten Berlins. Das SEZ wäre für ihn ideal. dpa

„Wir sind gerade in Lichtenberg und in Friedrichshain auf der Suche nach einem geeigneten Gebäude“, sagt Broemme dem KURIER. In Friedrichshain käme da fast nur ein Gebäude infrage. „Wir haben auch das SEZ ins Auge gefasst“, sagt Broemme. Das einstige DDR-Spaßbad, das 1981 von Erich Honecker eröffnet wurde: Die beliebte Mega-Plansche fristet seit über zehn Jahren ein trostloses Dasein.

SEZ fristet seit über zehn Jahren ein trostloses Dasein

Geplanscht wird doch schon lange nicht mehr. Ab und zu fand dort in der Vergangenheit noch die Ostpro-Messe statt. Ansonsten wird sich gestritten. Der Senat will das SEZ-Gelände für den Bau neuer Wohnungen nutzen. Der Investor, der das Areal in den 2010er-Jahren für einen symbolischen Euro vom Land Berlin erwarb, ist dagegen.

Auch das ICC in Berlin soll Impfzentrum werden. AFP

Das SEZ wäre für Broemme ein idealer Ort, um dort ein Impfzentrum zu eröffnen. „Das Errichten der Kabinen und Zubereitungsräume für die Impfdosen könnte schnell gehen“, sagt er. Broemme sehe keine Probleme, sich mit dem SEZ-Investor zu einigen.

Berlin erwartet, dass sich nun mehr Menschen impfen lassen

Warum ist überhaupt ein Impfzentrum im Osten Berlins notwendig? Auch wenn es so manchen hartnäckigen Impfmuffel in der Stadt gibt, glaubt Broemme, dass sich aufgrund der steigenden Inzidenzwerte künftig mehr Berliner impfen lassen wollen – nicht nur mit der Booster-Auffrischung. „Ich kenne viele Menschen, die skeptisch gegenüber einer Corona-Impfung waren, aber wegen der aktuellen Lage sich nun doch gegen das Virus die erste und zweite Impfung geben lassen wollen“, sagt er.

Da die zwei derzeitigen Impfzentren an der Messe und am ehemaligen Flughafen Tegel nicht zentral liegen, muss nun auch im Osten Berlins wieder so eine Einrichtung her. Die neue „Impfstelle“ im Ostteil der Stadt solle mit etwa zehn bis zwölf Impfkabinen nicht mehr so groß werden wie in den anderen Einrichtungen, da es an Personal fehle, so Broemme.

Aber auch das Impfzentrum in den Messehallen kommt weg, weil die Hallen für die „Grüne Woche“ Anfang des kommenden Jahres gebraucht werden. Es soll in das nahe ICC umziehen. Auch für diesen Umzug und Umbau ist Broemme verantwortlich. Etwa 50 Impfkabinen sollen im ICC entstehen. „Bis Mitte Dezember wollen wir fertig sein“, sagt Berlins Mann für alle Notfälle.