Katja Kipping (Die Linke)und Klaus Lederer (Die Linke bei einer Pressekonferenz zum aktuellen Stand des Netzwerks der Wärme.
Christophe Gateau/dpa
Katja Kipping (Die Linke)und Klaus Lederer (Die Linke bei einer Pressekonferenz zum aktuellen Stand des Netzwerks der Wärme.

dpa/Christophe Gateau

Rund anderthalb Monate nach Beginn des „Netzwerks der Wärme“ haben sich 60 Bibliotheken in Berlin dem Bündnis angeschlossen. „Die Bibliotheken sind als Netzwerk so über Berlin verteilt, wie kein anderes. Keine Kultureinrichtung wird in Berlin so gut angenommen wie das lokale Bibliotheksnetz“, sagte Kultursenator Klaus Lederer (Linke) am Freitag bei einer Pressekonferenz in der Heinrich-Böll-Bibliothek in Berlin-Pankow. Deshalb seien ideale Knotenpunkte für das Netzwerk, um Menschen niedrigschwellige Angebote zu machen.

Orte für Studenten, Senioren, Touristen, Familien, Bedürftige

Das „Netzwerk der Wärme“ ist ein Projekt des Sozialsenats, um Menschen warme Angebote gegen Einsamkeit in diesem Winter anzubieten. Das Netzwerk sei bewusst nicht auf Bedürftigkeit oder Kältehilfe ausgelegt, sondern „um Orte der Begegnung zu schaffen“, sagte die Sozialsenatorin Katja Kipping (Linke). Studenten, Senioren, Touristen, Familien, Bedürftige – das Angebot solle alle Mitglieder der Stadtgesellschaft einladen.

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Mittlerweile haben sich laut Kipping über 200 Mitglieder in der App des Netzwerks registriert, in der man den nächstgelegenen Ort auf einer Karte angezeigt bekommt. Das Angebot umfasse nicht nur Orte, um sich aufzuwärmen, sondern beispielsweise auch kostenloses Essen und Getränke, Beratungsangebote, Vorträge oder gemeinsame Veranstaltungen. Es soll im März geprüft werden, ob die Angebote auch über den Winter hinaus finanziert werden können, sagte die Linke-Politikerin.

Bibliotheken sind Orte zum Bleiben 

Im Nachtragshaushalt für das Jahr 2023 hat sich die Berliner Koalition aus SPD, Grünen und Linken auf 25,8 Millionen Euro geeinigt, um das „Netzwerk der Wärme“ zu unterstützen. Ursprünglich waren 10,8 Millionen für das Bündnis vorgesehen. Jeder der zwölf Berliner Bezirke erhalte daraus eine Million Euro, die sie frei für das Netzwerk verwenden sollen.

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Ein Teil des restlichen Fonds soll für die Bibliotheken als Begegnungsorte genutzt werden, die dadurch teilweise schon ihre Öffnungszeiten auch auf das Wochenende ausweiten konnten. Vielen Menschen sei nicht klar, dass sie die Bibliotheken immer auch zum Verweilen, Arbeiten, Lesen und Schreiben, aber auch als soziale Treffpunkte nutzen könnten, sagte Danilo Vetter, Fachbereichsleiter der Stadtbibliothek Pankow.