Der ausgebrannte Netto-Markt in Lichtenberg. Während der Löscharbeiten brach das Dach ein. Volkmar Otto

Nur noch wenige Teile der Grundmauer aus braunen Ziegelsteinen sind geblieben. Von dem Netto-Supermarkt, der einst an der Lichtenberger Siegfried-/Ecke Gotlindestraße stand. In den Morgenstunden des Montag fackelten meterhohe Flammen das komplette Gebäude ab. Am Vormittag suchen Brandermittler des Landeskriminalamtes die Ruine nach Beweisspuren ab. Haben Brandstifter das Feuer gelegt?

Vor den Trümmern des Supermarktes steht Maik Bobach (36). Er kann es noch gar nicht fassen, was da in der Nacht geschah. Bobach ist seit zwei Jahren Inhaber des Bäcker-Bistros Haßelbach. Der Laden befand sich in dem Netto-Markdiscounter und wurde ebenfalls Opfer der Flammen. „Nichts ist mehr übrig geblieben“, sagt Bobach. „Das ist ein herber Schlag.“

Ein Anruf eines Freundes hatte ihn daheim aus den Schlaf gerissen, berichtet der Inhaber der Bäckerei-Filiale weiter. „Ich sollte sofort in die Siegfriesstraße kommen. Der Laden brennt.“

Bäckereibesitzer Maik Bobach (36): Mit dem Markt brannte auch sein Back-Shop aus. Volkmar Otto

Gegen 3 Uhr hatten Anwohner die Feuerwehr alarmiert. Bereits beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte stand der Supermarkt auf einer Fläche von etwa 1200 Quadratmetern in Vollbrand, berichtete die Berliner Feuerwehr. Meterhoch waren die Flammen gestiegen und sollen sogar den Nachthimmel auch aus der Ferne deutlich erhellt haben, berichteten Augenzeugen.

Die Feuerwehr rückte mit rund 90 Einsatzkräften an, um den Supermarkt-Brand zu löschen. Pudwell

Die ungeheure Wucht des Brandes: Die Feuerwehrleute mussten rasch Verstärkung herbeirufen. Um die 90 Einsatzkräfte waren vor Ort, versuchten mit sechs Löschrohren und über zwei Drehleitern die Flammen von außen zu löschen. Während des Einsatzes stürzte dann auch noch das Dach ein. Zum Glück wurde niemand von den Helfern verletzt.

Markt-Bauweise sorgte dafür, dass das Gebäude voll in Flammen stand

Dass das Gebäude voll in Flammen stand, sei in der Bauweise solcher Supermärkte begründet, so Feuerwehrsprecher Tino Brabetz. Weil der Markt quasi wie eine Halle aufgebaut ist, kam es schnell zu einer sogenannten „Durchzündung“ des Gebäudes.

Auf Grund der Waren, die dort lagerten, verstärkte sich offenbar das Feuer. „Supermärkte stellen eine ungeheure Brandlast dar, das Feuer kann sich daher so rasch ausbreiten. Am Ende brechen diese Gebäude recht schnell in sich zusammen“, sagt Brabetz.

Dennoch bleibt es für so manchen Experten rätselhaft, warum das Gebäude so schnell lichterloh in Flammen stehen konnte. „Die Brandursache  zu klären, ist jetzt Sache der Polizei“, sagt Feuerwehrsprecher Brabetz. Als nach 8.20 Uhr der Brand gelöscht war, waren daher in der Ruine auch gleich die LKA-Brandermittler zur Stelle.

Brandermittler der Polizei sichern in der Ruine Spuren. Volkmar Otto

Was die Experten bisher herausfanden, dazu will ein Polizeisprecher noch nichts sagen. War es Brandstiftung? Anwohner berichten von merkwürdigen Lichtkegeln am Gebäude, kurz bevor das Feuer im Markt ausbrach. „Die Untersuchungen laufen. Wir ermitteln in alle Richtungen“, sagt der Sprecher.

Die Kunden des Netto-Marktes müssen nun auf den nahen Rewe-Supermarkt ausweichen. Und Bäckerei-Inhaber Bobach zum Glück noch zwei weitere Filialen in Berlin, wo das Geschäft weiter geht.