Panzernashorn-Junge Karl ist tot. Das dreijährige Tier starb in der Nacht zum Montag.


Zoo Berlin

Er gehörte zu den Zoo-Lieblingen der Berliner. Der süße Nashorn-Junge Karl (3), der die Menschen begeisterte, wenn er an der Seite seiner Mutter Betty (26) im Gehege herumtollte. Nun ist der kleine Dickhäuter tot. Er ist in der Nacht zum Montag überraschend gestorben, teilt der Berliner Zoo mit.

Sein früher Tod schockiert die Pfleger. Ihnen fiel vor etwa drei Wochen erstmals auf, dass Karl nur sehr langsam lief, schlecht fraß und abgeschlagen wirkte. „Immer wieder mussten sie ihn zum Aufstehen animieren“, sagt Zoo-Sprecherin Katharina Sperling. Zoo-Tierarzt Andreas Ochs ergänzt: „Wir haben Karls Gesundheitszustand in den letzten Wochen intensiv beobachtet. Eine Schmerztherapie führte zuletzt zu einer leichten Verbesserung seines Zustands.“

Eine Sektion in der Tierpathologie der Freien Universität Berlin wurde durchgeführt, um zu klären,  warum der junge Nashornbulle starb. Die Experten fanden heraus, dass Karl an einer eitrigen Entzündung im Bauchraum litt. Laut Prof. Achim Gruber führte dies zu einer Thrombose, einem Blutgerinnsel an einer großen Beckenarterie. Eine bakterielle Infektion führte möglicherweise „zu einer Blutvergiftung  oder Thromben-Abschwemmungen“, die für Karl tödlich endete.

Nashorn-Junge Karl: War eine alte Verletzung schuld an seinem frühen Tod?

„Der Befund ist absolut ungewöhnlich“, sagt Gruber.  Von den klinischen Symptomen hätte man nicht darauf schließen können, woran das Tier litt. „Womöglich hat sich Karl schon in früher Kindheit eine Verletzung zugezogen, die unbemerkt über einen längeren Zeitraum schwelte und nun letztendlich zu seinem Tod geführt hat“, sagt Gruber.

Der Nashorn-Junge wurde im Tierpark geboren. Wegen des geplanten Umbaus des Dickhäuterhauses zog Karl mit seiner Mutter Betty vor zwei Jahren in den Zoo Berlin. Vater Belur (31) lebt seit 2019 im  Tiergarten Nürnberg.