Das Gelände am Checkpoint Charlie soll umgestaltet werden. Autos sollen künftig draußen bleiben. 
 Das Gelände am Checkpoint Charlie soll umgestaltet werden. Autos sollen künftig draußen bleiben.  Sabine Gudath

Die Idee ist ja nicht neu. Schon 2014 schrieb die Piratenfraktion in Mitte in einem Antrag an die BVV: „ Der Checkpoint Charlie ist auf Grund seiner Geschichte ein Touristenmagnet, weshalb dort stets viele Fußgänger unterwegs sind, teilweise auch auf der Fahrbahn der Friedrichstraße. Neben dem mäßigen, aber doch vorhandenen Durchgangsverkehr wird die Kreuzung Friedrichstraße/Zimmerstraße massiv von Reisebussen frequentiert. Die Parkzone für Reisebusse in der Zimmerstraße kann nur von der Friedrichstraße aus angefahren werden, was durch die Abbiegesituation den Verkehr unübersichtlich macht. Eine Fußgängerzone könnte das Verkehrsproblem begrenzen.“

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Nach dem einstweiligen Scheitern einer bereits eingerichteten 500 Meter langen Fußgängerzone an der Friedrichstraße greifen die Grünen im Bezirk die alte Idee auf und beantragen nun den „Ausschluss der Nutzung durch den motorisierten Individualverkehr“ für einen Abschnitt der Friedrichstraße am ehemaligen Checkpoint zwischen Ost und West. 

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Geordnete Verkehrsführung am Checkpoint Charlie nicht zu machen 

Im Antrag vom 7.12. heißt es zur Begründung: „Der bezeichnete Bereich wird im Jahr von über vier Millionen Menschen besucht. Eine geordnete Verkehrsführung ist dort nicht zu realisieren, da sich die üblichen touristischen Aktivitäten ohne Rücksicht auf die Einteilung des Straßenraums in Gehwege und Fahrbahn entfalten. Eine alternative Erhöhung des permanenten Kontrolldrucks zur Durchsetzung eines sicheren Verkehrsgeschehens ist materiell nicht darstellbar.“

Fließender Übergang zwischen Bürgersteig und Straße am Checkpoint Charlie. 
Fließender Übergang zwischen Bürgersteig und Straße am Checkpoint Charlie.  Sabine Gudath

Sie betreten den autofreien Sektor 

Klartext: Touristen, die in der Mitte der Fahrbahn Selfies knipsen, Busse, die ganze Ladungen an Menschen ausspucken und Autos, die sich durch die Menschenmengen schieben, sind am Checkpoint Charlie Alltag. Noch mehr Kontrollen durch Polizei oder Ordnungsamt um das Chaos zu ordnen sind nicht machbar. Daher soll zwischen Zimmer- und Schützenstraße auf rund 130 Metern ein autofreier Sektor entstehen. Für Fahrer, die aus Kreuzberg kommen ist die Friedrichstraße dann eine Sackgasse. 

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Anradeln auf der nahem Charlottenstraße  mit Senatorin Bettina Jarasch und Bezirksstadträtin Almut Neumann.
Anradeln auf der nahem Charlottenstraße  mit Senatorin Bettina Jarasch und Bezirksstadträtin Almut Neumann. Berliner Zeitung/Markus Wächter

Eine Fußgängerzone rund um den Checkpoint fände einer der schärfsten Kritiker der jüngst kassierten Fußgängerzone weiter östlich  akzeptabel. „Im Zweifel ist es die geeignetere Zone“, sagt Nils Busch-Petersen (59) vom Handelsverband gegenüber B.Z. „Dort gibt es sehr viele Fußgänger und es wäre wenig Handel betroffen. Allerdings ist bedauerlich, dass immer noch kein Gesamtkonzept vorliegt und die Grünen von einer punktuellen Lösung zur nächsten springen.“

Seit Jahren plant das Land Berlin am ehemaligen Grenzübergang Checkpoint Charlie den Bau eines Bildungs- und Erinnerungsorts, der über die deutsche Teilung und die Mauer informiert. Das Areal, an dem sich Brachen und Buden stapeln soll nach Wettbewerbsverfahren und im Dialog mit Bürgern umgestaltet werden.