Attila Hildmann wurde als Vegan-Koch bekannt, doch inzwischen interessiert sich niemand mehr für sein Essen. Foto: Imago/Christian Spicker

Erst am Donnerstag wurde bekannt, dass sich der Verschwörungstheoretiker und Koch Attila Hildmann in die Türkei abgesetzt hat. Ein Haftbefehl wegen des dringenden Verdachts der Volksverhetzung könne nicht vollstreckt werden, teilte die Berliner Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit. Damit sei zeitnah auch nicht zu rechnen. In einem Ermittlungsverfahren gegen den 39-Jährigen überprüft die Berliner Anklagebehörde mehr als 1000 Äußerungen. Es geht dabei neben dem Verdacht auf Volksverhetzung um den Verdacht der öffentlichen Aufforderung zu Straftaten und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte.

Attila Hildmann schickt „sonnige Grüße aus der Türkei“

Nun verhöhnt der ehemalige Vegan-Koch die Berliner Justiz sogar! Auf Twitter schrieb die Staatsanwaltschaft am Donnerstag: „Mit der zeitnahen Vollstreckung des Haftbefehls wegen dringenden Verdachts der Volksverhetzung, der öffentl. Aufforderung zu Straftaten u. Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte ist nicht zu rechnen.“ Noch am Abend kommentierte Hildmann den Tweet. „Das tut mir leid für Sie, aber wir können uns ja noch über Twitter austauschen, ich folge Ihnen hier und würde mich freuen, wenn Sie mir auch folgen würden! Sonnige Grüße aus der Türkei!“

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Hildmann besitze neben der deutschen auch die türkische Staatsbürgerschaft.Auf Twitter teilte der Verschwörungstheoretiker, der sich selbst als „ultrarechts“ bezeichnet, mit: „Bis Deutschland wieder frei ist bleibe ich in meiner Blutsheimat der Türkei, es ist meine wahre Heimat und Boden!“ In einem Video erzählt er, es gehe ihm gut, er genieße die Ruhe und „die Distanz vom Terror“. Zudem veröffentlichte er einen Tweet, in dem er schreibt: „Habe doppelte Staatsbürgerschaft und gebe bald meinen BRD Personalausweis (Angestelltenausweis) zurück und behalte mit Stolz den Türkischen!“

Die Polizei in Brandenburg hatte bei einer Durchsuchung der Wohnung Hildmanns Beweise zunächst präventiv sichergestellt. Im Dezember war dann per richterlichem Beschluss in Berlin erwirkt worden, dass die Staatsanwaltschaft mehrere Laptops, Handys, Speicherkarten und USB-Sticks auswerten kann.