Das Artemis ist laut Eigenangaben das größte Puff Europas.
Das Artemis ist laut Eigenangaben das größte Puff Europas. Imago/Tagesspiegel/Doris Spiekermann

Großer Aufruhr im April 2016 im Berliner Großpuff „Artemis“. Der Verkehr im Freudenhaus wird unterbrochen! Keiner kommt mehr! Stattdessen durchsuchen hunderte Polizisten, Zollfahnder und Staatsanwälte das Riesen-Bordell. Verdacht auf organisierte Kriminalität! Doch kurz darauf fallen die Vorwürfe in sich zusammen wie ein Kartenhaus!

Doch nun will das zuständige Berliner Kammergericht über einen Schadenersatz für die Betreiber des Artemis verhandeln. Die Entscheidung will das Kammergericht am Dienstagmittag verkünden. Die zuständige Zivilkammer hatte dem Land Berlin nach langen Verhandlungen in dem Berufungsverfahren einen Vergleich nahe gelegt. Darauf war die Senatsjustizverwaltung jedoch nicht eingegangen.

Bei der Razzia wurde das Puff Artemis von hunderten Polizisten und Zollfahndern durchsucht.
Bei der Razzia wurde das Puff Artemis von hunderten Polizisten und Zollfahndern durchsucht. Imago/Fabian Matzerath

Betreiber klagen auf Schadenersatz und verlangen Entschuldigung!

Nachdem das Berliner Landgericht die Anklage der Staatsanwaltschaft Ende 2018 nicht zugelassen hatte, klagten die zwei Betreiber des Bordells. Sie fordern Schadenersatz von mindestens 200.000 Euro und verlangen eine Entschuldigung.

Das Kammergericht hatte in den zurückliegenden Monaten deutlich gemacht, dass seitens des Landes Fehler gemacht wurden und eine Entschuldigung samt Entschädigung angebracht seien. Das Gericht schlug vor, 25.000 Euro an eine gemeinnützige Organisation zu zahlen - statt Schadenersatz an die Bordellbetreiber zu leisten.