Ein Brandstifter steckte Autos in der Garage des Hauses an. Ein 32-jähriger Deutscher steht unter Verdacht. Foto: Eric Richard

Nachdem 120 Bewohner eines Neuköllner Wohnhauses nach einem Brand ihre Wohnungen verlassen mussten, bittet das Bezirksamt Neukölln jetzt um Hilfe: „Wir tun alles im Rahmen unserer Möglichkeiten, bitten aber auch die Neuköllnerinnen und Neuköllner um ihre Mithilfe, unsere Nachbarinnen und Nachbarn in dieser Situation nach Kräften zu unterstützen“, sagte Katrin Korte, Stadträtin für Bildung, am Dienstag.

Die Bewohner mussten innerhalb von nur wenigen Minuten ihr Haus verlassen, viele konnten weder Ausweise, Geld, EC-Karten noch Kleidung oder Spielzeug für die Kinder einpacken. Besonders dringend sucht das Bezirksamt Menschen, die ganze Wohnungen oder Ferienwohnungen „zur Überbrückung oder auch dauerhaft“ anbieten können. Auch „Dinge des täglichen Bedarfs“ und Kleidung sowie Kinderspielzeug werden gebraucht, so das Bezirksamt.

In der Nacht zu vergangenem Montag (13. Juli) hatten in der offenen Garage acht Autos und zwei Mopeds gebrannt. Erst vier Tage später wurde das Haus von einem Statiker als einsturzgefährdet eingestuft, die Bewohner mussten ihre Wohnungen innerhalb von wenigen Minuten verlassen.

Zurzeit sind die Bewohner bei Freunden oder in Mehrbettzimmern in billigen Hostels untergebracht. Das Bezirksamt zahlt nur 25 Euro pro Nacht und Kopf für die Unterbringung – das ist der Standard-Satz für die Unterbringung von Wohnungslosen in Berlin. Wann und ob die rund 20 Familien ihr Wohngebäude wieder betreten oder beziehen dürfen, ist noch unklar.

Die Polizei nahm am Freitag einen 32 Jahre alten Verdächtigen fest. Ein Richter erließ Haftbefehl gegen ihn. Am Samstag wurde er den Justizbehörden überstellt.

Unterstützungsangebote sowie Fragen nach aktuellen Bedarfen der Bewohner können an (030)-90329-2262 oder stadtratbiedermann@bezirksamt-neukoelln.de gerichtet werden.