Was Enkel Michael Schulz (42) bleibt, sind die Erinnerungsfotos von seiner Oma Foto: Sabine Gudtah

Seine Großmutter Lieselotte (80) ist verstorben und Enkel Michael Schulz am Boden zerstört. Lange hatte der Reinickendorfer Bezirkspolitiker (43, die Grauen) seine Oma begleitet. Einem Arzt und Pflegern in ihrem Pflegeheim in Rudow wirft er vor, dass sie seine Großmutter zu früh aufgegeben haben. Sie sollen der Dame ohne Rücksprache mit den Angehörigen ein zu starkes Schmerzmittel verabreicht haben (KURIER berichtete).  

„Es ist ein gemischtes Gefühl aus Trauer und Wut“, sagt Michael Schulz. Und ergänzt: „Ich glaube schon, dass das Schmerzmittel den Tod herbeigeführt haben könnte.“  

Für den 43-Jährigen ist klar: „Ich möchte den Arzt im Pflegeheim wegen der falschen Behandlung anzeigen und verklagen.“ Michael Schulz ist jetzt auf der Suche nach einem Anwalt, der sich auskennt und ihn vertritt.  

Der Arzt hatte Lieselotte Schulz ein Schmerzpflaster mit dem starken Wirkstoff Fentanyl gegeben. Die Pflegekräfte sollen den Angehörigen gesagt haben, dass ihre Oma auf dem Palliativ-Status gesetzt wurde. Patienten mit diesem Status werden in der Regel aufs Sterben vorbereitet. Ob es wirklich zu Behandlungsfehlern gekommen ist, ist unklar. Ein Gericht könnte dies entscheiden. Arzt und Pflegeheim waren für eine Stellungnahme am Freitag nicht zu erreichen.

Michael Schulz ist nicht der Einzige, der Ärzte oder Pfleger verklagen will. Die Staatsanwaltschaft Berlin verzeichnet bei ähnlichen Fällen ein erhöhtes Anzeigeverhalten. 

Am 16. Juli ist die Beerdigung von Lieselotte Schulz. Ihr Enkel will jetzt ihren Tod aufklären und Missstände aus anderen Heimen aufdecken. Er sagt: „Es ist Omas letzter Wunsch.“