Der 16 Meter hohe Aquadom - nach dessen Zerstörung stellt sich die Frage, ob ein neues Riesen-Aquarium gebaut wird.
Der 16 Meter hohe Aquadom - nach dessen Zerstörung stellt sich die Frage, ob ein neues Riesen-Aquarium gebaut wird. dpa/Jörg Carstensen

Zwei Tage nach dem Zerplatzen des Aquadoms sind noch immer viele Fragen offen. Wie konnte es zu dem Unglück kommen? War wirklich Materialermüdung der Grund? Und: Wird Berlin ein neues Riesen-Aquarium bekommen?

Ein Mega-Knall, dann platzte am Freitagmorgen im Hotel Radisson an der Karl-Liebknecht-Straße (Mitte) das 16 Meter hohe Aquarium Aquadom mit 1500 Fischen. Über eine Million Wasser floss aus dem zerstörten Plexiglas-Zylinder bis auf die Straße. Ein Hotel-Mitarbeiter und ein Gast wurden verletzt. aus dem zerstörten Plexiglas-Zylinder unter anderem in das Hotel und auf die  Straße.

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Zerplatzter Aquadom: Aufnahme aus dem Innenraum des Hotels zeigt das Ausmaß der Schäden.
Zerplatzter Aquadom: Aufnahme aus dem Innenraum des Hotels zeigt das Ausmaß der Schäden. Privat

„Die Aufräumarbeiten im Außenbereich sind soweit abgeschlossen“, sagt Fabian Hellbusch, Sprecher des Gebäudeeigentümers Union Investment. „In der Tiefgarage finden weiterhin Absaugarbeiten statt, wobei die Firma da sehr weit vorangekommen ist.“

Fast alle Fische sind tot. Nur drei große Eimer voller lebender Fische konnten gerettet werden. Unter Trümmerteilen seien immer wieder lebende Fische in Pfützen gefunden worden, so ein Feuerwehrsprecher. Aus den unterirdischen Zuchtbecken sind dagegen nach Angaben des Gebäudeeigentümers etwa 630 Fische gerettet und an den Berliner Tierpark, den Zoo, das Sealife im Dom Aquarée und in einem Netzwerk von Spezialzüchtern weitergegeben worden.

Aquadom: Spezialfirmen untersuchen die Trümmerteile

Die Suche nach der Ursache läuft indes weiter. Laut Gebäudeeigentümer Union Investment ist  weiter unklar, was zum Bersten des Aquariums führte. Mehrere Spezialfirmen untersuchen Trümmerteile, hoffen, eine Antwort zu finden. Das am Bau des geplatzten Aquariums beteiligte US-amerikanische Unternehmen Reynolds Polymer Technology wird ein Team zur Untersuchung des Vorfalls nach Berlin schicken.

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Trümmerteile des Aquariums und Hotelmobiliar wurden durchn die Wassermassen bis auf die Straße gespült.
Trümmerteile des Aquariums und Hotelmobiliar wurden durchn die Wassermassen bis auf die Straße gespült. AFP/McDougall

Das Gebäude sei nicht einsturzgefährdet, sagte Hellbusch. Bautechnische Untersuchungen fänden aber weiterhin statt. Zur Begutachtung der Schäden sollen demnach ab Montag Sachverständige die Flächen näher in Augenschein nehmen. Eine Polizeisprecherin sagte: „Im Moment deutet nichts darauf hin, dass etwas strafrechtlich Relevantes im Raum steht.“

Fraglich ist, wann das Hotel wieder öffnet.  „Für die Wiedereröffnung des Hotels gibt es verständlicherweise noch keinen Zeitplan“, teilte der Gebäudeeigentümer mit. Vorrangig gelte es, das Ausmaß der Schäden aufzunehmen und für Sicherheit bei den Aufräumarbeiten zu sorgen. Auch das Schicksal des Aquadoms sei unklar. „Ob der Aquadom wiederaufgebaut wird oder eine alternative Nutzung in Frage kommt, lässt sich heute noch nicht sagen.“