Auch Grahame Patrick alias Elvis musste zum Corona-Test – und bekommt für seine Show sogar ein Mikrofon mit Tröpfchen-Schutz. Foto: Berliner KURIER / Markus Wächter

Die Corona-Krise hält die Welt noch immer in Atem – aber es gibt auch gute Nachrichten: Der King lebt! Nach langer Pause kehrt bei „Stars in Concert“ im Neuköllner Estrel in dieser Woche das Leben zurück, der Spielbetrieb beginnt nach dem Corona-Shutdown neu. Das freut vor allem einen: Elvis-Presley-Double Grahame Patrick darf als Erster wieder die große Bühne erobern. KURIER traf den „King of Rock and Roll“.

Die Bühne ist vorbereitet, die Schminke sitzt: Seit dieser Woche wird das Estrel wieder von den Stars der Musikgeschichte erobert. Den Anfang macht Grahame Patrick, der seit 2003 als Elvis Presley auf der Show-Bühne steht, mit „Elvis – das Musical“. „Ich bin unfassbar glücklich, dass das Leben endlich weitergehen kann“, sagt der Show-Star. „Ich kann es kaum erwarten, auf der Bühne zu stehen, die Leute und ihre Reaktionen zu sehen.“ Sein neuestes Requisit ist dabei ein Mikrofon mit einem Spuckschutz, entwickelt von den Technikern.

Das Mikrofon haben die Techniker für Elvis entwickelt. Foto: Berliner KURIER / Markus Wächter

Seit die Theater im März ihre Pforten schließen mussten, war auch Patrick arbeitslos. In letzter Sekunde wurden er und alle anderen Darsteller der „Stars in Concert“-Shows nach Hause geflogen. Heute habe er mehr Angst als zu Beginn der Pandemie – nicht vor dem Virus, aber vor dem Verlust der Arbeit. „Wir Künstler sind in einer schwierigen Situation, denn wir sind bei allen Lockerungen die Letzten, die zurückkommen dürfen.“ Trotzdem habe der Lockdown auch eine gute Seite gehabt: „Ich verbrachte den großen Teil mit meinem Sohn in Michigan. Diese Zeit war für mich ein Geschenk, denn ich bin sonst sehr oft auf Tour.“

Auch Bernhard Kurz, der Produzent der Star-Double-Shows, freut sich über den Neuanfang. „Unsere Musiker sind leidenschaftliche Performer. Für sie ist es das Schlimmste, wenn man ihnen die Arbeit nimmt.“ Und natürlich ist es auch finanziell wichtig, dass wieder gespielt werden kann. „Unsere genauen Verluste habe ich nicht ausgerechnet, weil ich keinen Schock erleiden will“, sagt Kurz. „Aber wir reden über entgangene Einnahmen in Höhe von etwa drei Millionen Euro. Bis das wieder eingespielt ist, werden ein paar Jahre vergehen.“ Kurz fühlt sich auch im Stich gelassen, denn Hilfen gab es für sein Haus nicht. „Das Handeln der Politik in den ersten Wochen habe ich verstanden. Aber ich finde, später hätte man genauer differenzieren müssen.“ 

Bernhard Kurz ist der Produzent der Shows im Estrel. Foto: Berliner KURIER / Markus Wächter

Im Theater ist man für die nächste Zeit gerüstet. Für die Besucher gelten die Hygiene- und Abstandsregeln, wer sich durch den Saal bewegt, muss eine Maske tragen. Die Tische stehen weiter auseinander, nur 280 statt 800 Gäste finden im Saal Platz. Und auch auf der Bühne wird für Sicherheit gesorgt: Plexiglasscheiben trennen die Musiker voneinander. „Und Elvis musste natürlich vorher auch zum Corona-Test“, sagt Kurz. „Wir haben alles getan, was wir tun konnten. Aber wenn ein Zuschauer reinmarschiert, der infiziert ist, kann man auch nichts machen.“

Der Produzent hofft, dass der Betrieb wieder anläuft – auch, weil er im kommenden Jahr in den Ruhestand gehen wollte. „Im März dachte ich: Das war’s. Jetzt lege ich nach all den Jahren einen Abgang mit dem größten Misserfolg meines Lebens hin.“ Was aber, wenn die zweite Welle kommt, noch ein Lockdown folgt? „Dann wäre für mich Feierabend, dann gehe ich in Pension.“ Und das Theater? Kurz schaut sich um. „Das wär nur noch ’ne Messehalle.“

Infos, Tickets: www.stars-in-concert.de