Das Seniorenheim am Werbellinsee. Nach einem Corona-Ausbruch in der Senioren-Residenz sind bereits 14 Bewohner gestorben. dpa/TNN

+++ Aktualisierung +++

Der Landkreis Barnim hat die Zahl der Toten nach einem Corona-Ausbruch in einem Seniorenheim in Schorfheide am Werbellinsee richtiggestellt. Es seien weiterhin elf Tote, sagte Sprecher Robert Bachmann am Dienstag auf Anfrage. Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) hatte am Montagabend in der rbb-Sendung „Brandenburg Aktuell“ von 14 Toten gesprochen. Wie es zu dem Missverständnis kam, blieb zunächst offen. Die Zahl 14 sei falsch, sagte auch ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Dienstag.

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 Zudem seien 44 Bewohner und 15 Mitarbeiter der Einrichtung im Ortsteil Altenhof an Covid-19 erkrankt.

Ministerin fordert tägliche Test des Pflegepersonals

Nach dem Corona-Ausbruch in dem Seniorenheim hat die Brandenburger Landesregierung eine erweiterte Testpflicht für ungeimpfte Mitarbeiter in Pflegeheimen beschlossen. Das Kabinett habe bei der Fortschreibung der Corona-Umgangsverordnung festgelegt, dass sich in Regionen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz über 100 nicht geimpfte oder nicht genesene Beschäftigte an jedem Tag testen lassen müssen, teilte die Staatskanzlei am Dienstag mit. Dies gelte unabhängig von der Inzidenz auch bei akuten Corona-Ausbrüchen.

Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) hatte bereits am Montag für eine verstärkte Testpflicht vor allem in den vulnerablen Bereichen in Pflegeheimen und Klinken plädiert. Eine Impfpflicht sei wegen hoher juristischer Hürden nicht so leicht umsetzbar, sagte sie in einem Interview mit dem rbb.

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Die meisten der Gestorbenen in der Senioren-Residenz im Landkreis Barnim seien über 80 Jahre alt gewesen, alle hätten Vorerkrankungen gehabt, berichtete Kreissprecher Robert Bachmann. Seinen Angaben zufolge liegt laut Amtsärztin Heike Zander die Impfquote der Mitarbeiter in der Einrichtung bei lediglich etwa 50 Prozent. Gegen den Leiter der Senioren-Einrichtung sei ein Bußgeldverfahren eingeleitet worden, weil er nach einem positiven Testergebnis das Heim nochmals betreten hatte. Die Ursache für den Corona-Ausbruch sei aber noch unklar, so der Sprecher.

"Warteraum Testung" und "Verdacht auf Covid-19 derzeit keine Besuche möglich!" steht auf Zetteln an einer Scheibe in dem Seniorenheim am Werbellinsee. dpa/Paul Zinken

Ministerin Nonnemacher zeigte sich betroffen. „Erstmal muss ich sagen, dass ich auch sehr erschüttert bin über diese Vorgänge, weil das ist genau das, was wir nach den Erfahrungen von Anfang des Jahres vermeiden wollten“, sagte sie im Inforadio. Mitarbeiter des Ministeriums hätten alle stationären Einrichtungen in Brandenburg angerufen und gefragt, ob Unterstützung durch Impfteams benötigt werde. Dieses Heim habe Termine für Auffrischungsimpfungen gehabt, die wegen des Ausbruchs zurückgestellt worden seien.

Virologe fordert Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen

Der Virologe an der Medizinischen Hochschule Brandenburg Theodor Fontane (MHB), Frank Hufert, hält unterdessen eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen für angebracht. Menschen, die Hochrisikogruppen wie etwa Senioren betreuen, sollten verpflichtet werden, sich impfen zu lassen, sagte er.

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Nonnemacher zeigte Verständnis für Forderungen, eine berufsbezogene Impfpflicht für Pflegekäfte im medizinischen Sektor einzuführen - auch in Kita und Schule. Das werde sich aber nicht so leicht umsetzen lassen. „Da sind ja hohe juristische Hürden dahinter“, sagte sie im Radiointerview.