Sarkophag des Propheten Ahmose mit Fleck.  Foto: Copyright: DAVIDS/Tom Maelsa

Nach den spektakulären Anschlägen auf Kunstwerke in Museen der Berliner Museumsinsel ist der überwiegende Teil der betroffenen Exponate wiederhergestellt. Auf den meisten der gut 60 Kunstwerke konnten die Spuren der öligen Flüssigkeit restlos beseitigt werden, wie ein Sprecher der Staatlichen Museen am Freitag in Berlin sagte. Einige der Objekte seien bereits wieder als Leihgaben auf dem Weg nach Japan.

Mehr Probleme haben die Restauratoren nach den Angaben mit einigen Kunstwerken im Neuen Museum. Hier wird getestet, wie die Flüssigkeit restlos entfernt werden kann. Unter den Objekten im Neuen Museum waren etwa die Sarkophagwanne des Nehi (18. Dynastie, um 1390–1330 v. Chr) und der Sarkophag des Propheten Ahmose (332–330 v. Chr.), auf denen deutlich Spritzer der Flüssigkeit zu erkennen waren.

Zu den Ermittlungen von Landeskriminalamt und Staatsanwaltschaft gab es am Freitag auf Anfrage keinen neuen Stand. Am 3. Oktober hatten Unbekannte in vier Häusern von drei Berliner Museen mehr als 60 Objekte mit einer Flüssigkeit beschädigt. Betroffen waren das Neue Museum, das Pergamonmuseum und die Alte Nationalgalerie. Die Hintergründe sind unklar. Ende Oktober war eine große Granitschale im Lustgarten vor dem Alten Museum beschmiert worden.

Kurz vor der Attacke in Berlin hatte es einen ähnlichen Anschlag in Potsdam gegeben. Dabei hatten Unbekannte im Schloss Cecilienhof Mitte September eine Skulptur mit einer Flüssigkeit beschmiert. Nach neuen Erkenntnissen habe die Statue keine bleibenden Schäden davon getragen.

„Aus konservatorischer und restauratorischer Sicht wurden keine Probleme gesehen“, hieß es in Potsdam. Der Fleck sei von der Bronze abgewischt worden. Bei weiterem Inventar oder in anderen Räumen des Schloss seien keine ähnlichen Verschmutzungen entdeckt worden. Die zuständige Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg will aber nun Anzeige erstatten.

Bei dem Kunstwerk im Schloss Cecilienhof, wo 1945 das Potsdamer Abkommen zur Nachkriegsordnung im besiegten Deutschland unterzeichnet wurde, handelt es sich um die Skulptur einer Amazone des Bildhauers Louis Tuaillon (1862–1919). Sie steht auf dem Schreibtisch des Arbeitszimmers, das der US-amerikanische Präsident Harry S. Truman (1884–1972) während der Verhandlungen nutzte.