Bewaffnete Spezialeinheiten der Polizei durchkämmen ein Berliner Wohnhaus (Symbolfoto). dpa/Annette Riedl

Hunderte Polizisten durchsuchen in Berlin, Thüringen und Schleswig-Holstein Geschäfts- und Wohnräume von mutmaßlichen Geldwäsche-Nazis. Dabei geht es um Drogen, Waffen und schmutzige Geld-Deals. Rechte Extremisten, die ihre Deals auch mit Bitcoins verschleiern, müssen jetzt zittern.

Mit einem Großaufgebot hat die Polizei am Donnerstag in Berlin, Thüringen und Schleswig-Holstein insgesamt 26 Wohn- und Geschäftsräume durchsucht. Wie das Thüringer Landeskriminalamt (TLKA) mitteilte, waren dabei mehr als 500 Beamte aus Thüringen sowie Spezialkräfte aus anderen Bundesländern im Einsatz. Ob das Berliner SEK eingesetzt werden musste, war zunächst nicht bekannt.

Tatverdacht bestehe wegen des Handels mit Betäubungsmitteln in Verbindung mit Geldwäsche sowie Verstoßes gegen das Waffengesetz. Ermittelt wird in fünf Verfahren gegen insgesamt zehn Beschuldigte mit Bezügen zur rechten Szene.

Sieben Haftbefehle gegen Geldwäsche-Nazis

Seit den frühen Morgenstunden wurden den Angaben zufolge Objekte in den Landkreisen Erfurt, Gotha, Weimar, Saale-Orla, Saalfeld-Rudolstadt, Schmalkalden-Meiningen, Eisenach sowie in Schleswig-Holstein und Berlin durchsucht. Dabei wurden sieben Haftbefehle vollstreckt.

Die Maßnahmen, die sich gegen zehn Beschuldigte im Alter von 26 bis 48 Jahre richteten, dauerten an den meisten Objekten zunächst noch an.

Die Beamten stellten unter anderem Schreckschusswaffen und eine vermutlich scharfe Handfeuerwaffe mit Munition sicher. Zudem wurden mehrere Mobiltelefone und Kryptohandys, eine größere Menge Bargeld, Computertechnik und Speichermedien, sowie eine kleine Menge Betäubungsmittel sichergestellt. Genauere Informationen lagen aufgrund der andauernden Einsatzmaßnahmen und der hohen Anzahl an Einsatzorten zunächst nicht vor.

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In direktem Zusammenhang mit den Ermittlungen des Landeskriminalamtes gegen die Geldwäsche-Nazis führt die Kriminalinspektion Saalfeld ebenfalls Durchsuchungen wegen des Verdachts auf Drogenhandel durch. Im Zuge dieser Maßnahmen sollen zwei weitere Beschuldigte im Alter von 26 und 34 Jahren festgenommen werden.