Ein paar Jahre sind vergangen, seit das Museum eröffnete. An der Wachsfigur von Angela Merkel wurden deshalb kleinere Anpassungen vorgenommen. Foto: Gerd Engelsmann

Langsam kehrt das Leben in die Stadt zurück – und nach und nach öffnen die Attraktionen Berlins wieder ihre Pforten. Großes hat sich an einigen Stellen getan, unter anderem im Wachs-Museum „Madame Tussauds“. Hier wird am Mittwoch eine neue Icke-Schau eingeweiht! Auf 200 Quadratmetern können die Besucher jetzt die größten Persönlichkeiten der Berliner Geschichte erleben, von Marlene Dietrich bis Klaus Wowereit.

Die Berlin-Schau ist der größte Umbau seit der Eröffnung des Museums

Ein Foto mit Liza Minnelli, einmal am Rednerpult von John F. Kennedy stehen – und danach mit David Hasselhoff die Mauer einreißen? Das geht jetzt im „Madame Tussauds“ Unter den Linden. In den letzten Lockdown-Wochen wurde hier still und heimlich der größte Umbau seit Eröffnung des Museums im Jahr 2008 realisiert. Wo früher nur Politiker standen, gibt’s ab heute eine Zeitreise durch die Geschichte Berlins.

Letzter Schliff: Karen Fries legt am Makeup von Liza Minnelli Hand an. Foto: Gerd Engelsmann

Der Grund: Im vergangenen Jahrzehnt wurden sich die Niederlassungen von „Madame Tussauds“ auf dem Globus immer ähnlicher. Doch das sollte sich ändern. „Wir saßen schon 2019 zusammen und haben überlegt, was Berlin ausmacht – und wie wir das in unserer Ausstellung hervorheben könnten“, sagt Marketing-Chef Ulf Tiedemann dem KURIER. „Jeder hat zu Berlin etwas anderes im Kopf. Zugezogene sehen die Stadt anders als die, die hier geboren sind.“ Zwar kämen viele Touristen ins Wachs-Museum, aber immerhin 20 Prozent der Besucher seien Berliner. „Auch deshalb gibt es nun unsere Liebeserklärung an die Stadt.“

Im Hintergrund der Bruderkuss: Die Wachsfigur von Erich Honecker. Foto: Gerd Engelsmann

Los geht es bei den 20er-Jahren, hier warten Liza Minnelli und Marlene Dietrich. Danach vorbei an Hitler hinter Glas, hin zur Politik mit Adenauer und Kennedy, aber auch Honecker und Ulbricht. Dann wird’s bunt: Unter anderem haben Nina Hagen, David Bowie und Udo Lindenberg einen Platz im Berliner Sammelsurium gefunden. Die Figuren, die es vorher schon in anderer Form in der Ausstellung gab, wurden für die Berlin-Schau neu hergerichtet. Etwa Angela Merkel. „Sagen wir mal so: Ihr Gesicht wurde etwas an die Zeit, die inzwischen vergangen ist, angepasst“, sagt Tiedemann.

Stehe auch in der Berlin-Schau: Nina Hagen und Udo Lindenberg. Foto: Gerd Engelsmann

Dafür zuständig war unter anderem Karen Fries, die als Kostümbildnerin in der Wachs-Schau arbeitet. „Wir haben im Lockdown von allen Figuren die Outfits gewaschen und gebügelt, außerdem allen die Haare gewaschen und Gesichter und Hände neu koloriert“, erklärt sie. Erich Honecker trage nun wieder sein Original-Outfit, Wowereit sei in Hugo Boss gewandet, seiner Lieblingsmarke. Und Angela Merkels Kostüm wurde an jenen angelehnt, das sie bei den Spielen der Fußball-WM 2006 im Stadion trug, als sie so legendär jubelte.

Fries‘ Lieblingsfigur ist allerdings jene von Sänger David Bowie („Heroes“). „1985 sah ich sie bei meinem ersten Besuch im Madame Tussauds in London“, sagt sie. „Ich war damals schon fasziniert. Die Figur, die jetzt hier steht, ist die von damals. Als sie vor Jahren geliefert wurde und ich hier Bowie auspacken durfte, das war schon ein Fest!“ Er hat für den neuen Bereich im Wachs-Museum ein neues Outfit und sogar eine neue Frisur bekommen, darf nun neben David Hasselhoff stehen. Auch eine ganz neue Figur soll noch ihren Weg in die Ausstellung finden – wer es ist, wird frühestens zur Eröffnung bekannt gegeben.