Der Weihnachtsmarkt am Schloss Charlottenburg fällt in diesem Jahr wieder wegen Corona aus. Imago

Knapp sechs Wochen vor dem Start kommt jetzt die Schocknachricht: Die ersten Berliner Weihnachtsmärkte  wurden abgesagt. Etwa vor dem Schloss Charlottenburg, wo der Adventsrummel wegen der Coronamaßnahmen nicht stattfinden wird. Müssen nun die Berliner in diesem Jahr generell auf Glühweinzauber, bunten Lichterglanz und Karussellfahrten verzichten?

Es ist bereit das zweite Mal: Bereits 2020 musste der traditionelle Weihnachtsmarkt am Schloss Charlottenburg abgesagt werden. Auch in diesem Jahr führe kein Weg an einer Absage vorbei, teilte Veranstalter Thommy Erbe (61) mit.

Der Initiator  verweist auf die Infektionsschutzverordnung des Landes Berlin. Sie gestattet unter anderem keinen Alkoholverkauf auf Grünanlagen; als solche gelte auch der Weihnachtsmarktbereich vor dem Schloss Charlottenburg. Hemmnisse seien auch die Maskenpflicht und die Höchstzahl von 2000 Gästen.

„Die Politik hat es wieder einmal  versäumt, rechtzeitig klare und reale Bedingungen für Veranstalter zu schaffen“, sagt Erbe. Selbst wenn es möglich wäre, die Märkte für Geimpfte, Genesene oder Getestete zu öffnen, wäre dies demnach jedoch wegen des Kontrollaufwands nur zu erheblichen Mehrkosten möglich.

Den festlichen Glanz soll es in diesem Jahr auf dem Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz geben. dpa

Auch der Lichtermarkt vor dem Rathaus Lichtenberg, der am ersten Advent (28. November) stattfinden sollte, wurde am Freitag wegen Corona abgesagt. „Der Gesundheitsschutz der Besucherinnen und Besucher hat weiterhin hohe Priorität. Ein kontrollierter Zugang und die Einhaltung von entsprechenden Corona-Schutzmaßnahmen können vom Veranstalter nicht sichergestellt werden“, teilt das Bezirksamt Lichtenberg mit.

Andere Veranstalter wollen öffnen. Nachdem 2020 Jahr die Auswirkungen der Corona-Pandemie mit einem Lockdown das vorweihnachtliche Markttreiben beendete, hoffen sie nun, dass es in diesem Jahr nicht dazu kommt und bereiten ihre Weihnachtsmärkte vor.

Am Breitscheidplatz findet der Weihnachtsmarkt statt

So auch Michael Roden, Chef des Berliner Schaustellerverbandes und Initiator des Weihnachtsmarktes am Breitscheidplatz. „Er wird ab dem 22. November an den Start gehen“, sagt Roden dem KURIER. „Die Absage des Marktes vor dem Charlottenburger Schloss ist ein Sonderfall. Am Breitscheidplatz befinden wir uns ja auch nicht auf einer Grünanalage, sondern auf Straßenland.“ Bei den Absprachen mit den Behörden gebe es keine Probleme – auch wegen Corona nicht.

Schaustellerverbandschef Michael Roden Imago

Im Prinzip gelten auf den Weihnachtsmärkten im öffentlichen Straßenbereich die gleichen Regelungen wie sonst auch auf der Straße, erklärt Roden. „Die Besucher können auf dem Breitscheidplatz ganz normal über den Markt gehen, auch ohne Masken“, sagt er.

Dennoch müssen auch auf den Märkten wie am Breitscheidplatz Corona-Regeln eingehalten werden. „Etwa die Abstände der Stände“, so Roden. Damit es kein Gedrängel vor den Glühweinbuden gibt, werden am Markt unter der Gedächtniskirche extra größere Glühweingärten nach dem Vorbild von Biergärten eingerichtet.

„In den gastronomischen Einrichtungen des Weihnachtsmarktes müssen Abstandregeln eingehalten werden und es gibt dort Kontrollen“, sagt Roden. „Ob nur Geimpfte und Genesene oder Geimpfte, Genesene und Getestete hineindürfen, muss jeder Betreiber dieser Einrichtungen für sich entscheiden. Da dies  schon in den Berliner Restaurants praktiziert wird, dürfte es auch auf den Märkten keine Probleme geben.“ Feste wie der Berliner Herbstrummel auf dem Zentralen Festplatz hätten gezeigt, dass ein sicheres Miteinander möglich sei.

Der Weihnachtsmarkt am Alex öffnet ebenfalls, aber nur geimpfte, genesene und getestete Berliner haben Zutritt. Imago

Von den Märkten hängen die verkaufsoffenen Adventssonntage ab

Von den Weihnachtsmärkten hängen auch verkaufsoffene Sonntage und damit umsatzstarke Tage für den Handel ab. Nur wenn mindestens drei der größten Weihnachtsmärkte wie geplant an den Adventssonntagen stattfinden, dürfen die Geschäfte am 5. und 19. Dezember öffnen. Dazu zählen neben dem Breitscheidplatz die Märkte am Gendarmenmarkt, am Roten Rathaus und in der Zitadelle Spandau, die bisher öffnen wollen.

Auch den Weihnachtsmarkt auf dem Alex wird es geben, sagt Veranstalter Arnold Bergmann dem KURIER. In einigen Gastro-Bereichen wie in der Badehütte gilt die 2G-Regel. Auf dem ganzen Markt dürfen nur Besucher, die geimpft, genesen oder getestet sind. Es wird Eingangskontrollen geben. „Ich hoffe, dass der  Senat noch einheitlich festlegt, dass die Berliner generell ohne 3G-Regel die Weihnachtsmärkte betreten dürfen“, sagt Bergmann. Denn die Eingangskontrollen würden durch mehr Personal zusätzliche Kosten verursachen. 

Der Gendarmenmarkt wird nur für Geimpfte und Genesene geöffnet. Bei Kindern unter zwölf Jahren genügt ein negatives Testergebnis. Die Eingangskontrollen seien für den Veranstalter kein Problem, da dieser Markt Eintritt nimmt.