Unzählige Kinder wuchsen mit den „Traumzauberbaum“ auf – so wird es auch in Zukunft sein. Denn das Lebenswerk von Monika Ehrhardt-Lakomy und Reinhard Lakomy wächst auch sieben Jahre nach dem Tod des Komponisten weiter! Im Tonstudio in Blankenburg entstand jetzt die neue Platte „Mama Tresore und die Kanalrattenbande“ – trotz Corona und mit Star-Besetzung.

„Wir mussten uns mit den schwierigen Bedingungen arrangieren, aber es ist uns gut gelungen, auch wenn manche Dinge dadurch etwas länger dauerten“, sagt Autorin Monika Ehrhardt-Lakomy dem KURIER. Denn: Neben Ehrhardt-Lakomy und Technikern durfte immer nur ein Darsteller in das kleine Tonstudio, das sogar mit Trennwänden ausgestattet wurde.

Bei der Arbeit, mit Abstand: Monika Ehrhardt-Lakomy mit Schauspieler Ilja Richter. Foto: privat

„Es war trotzdem toll. Ich habe an der geplanten Produktion der CD festgehalten, gerade in dieser schwierigen Zeit“, sagt die Autorin. „In Zeiten, in denen es für viele Künstler ums Überleben geht, kann ich mit gutem Gewissen sagen: Ich habe Arbeit geschaffen.“ Rund 40 Shows des „Traumzauberbaum“-Ensembles seien geplatzt, kürzlich aber gab es einen ersten Auftritt in Dresden. „Da haben wir gemerkt, wie sehr wir uns gegenseitig gefehlt haben. Das Publikum hat sich so gefreut, dass wir zurück auf der Bühne waren.“

Die CD „Mama Tresore und die Kanalrattenbande“ erscheint im Herbst. Es geht um eine Stadtratte namens Mama Tresore, die eine Knopffabrik betreibt. „Im Wald außerhalb der Stadt leben Tiere, die sich darüber wundern, dass ihr Waldbach plötzlich verschwunden ist“, sagt Ehrhardt-Lakomy. „Die Quelle des Bachs befindet sich unter einer alten Linde im Stadtpark – aber die Kanalratten haben sie in ihr Reich umgeleitet.“ Es kommt zu einem Konflikt zwischen Stadt- und Waldtieren – und am Ende zur Völkerverständigung. Die Botschaft: „Zum einen geht es darum, dass das Wasser allen gehört“, sagt die Autorin. „Und darum, dass man hinterfragen muss, was es für Gründe gibt, die Heimat zu verlassen.“ Sie lächelt. „Und nicht jeder Fremde, der in die Stadt kommt, frisst gleich Parkbänke.“

Zum ersten Mal im Traumzauberbaum-Team: Tatort-Star Boris Aljinovic. Foto: privat

Die Hauptrolle der Mama Tresore übernimmt Schauspielerin Franziska Troegner, „Tatort“-Schauspieler Boris Aljinovic spielt den Kanalrattenboss und Comedy-Star Oliver Kalkofe den Maulwurf Blacky. Mit dabei auch die „Lütte“ Angelika Mann, Josephin Busch, Walter Plathe, Carmen-Maja Antoni oder Ilja Richter.

Die Geschichtenlieder-Platte ist die zweite, die sie ohne ihren Lacky produziert. „Die Geschichte ist aber natürlich in unserem Traumzaubi-Universum verhaftet. Wir feiern 40 Jahre Traumzauberbaum – was kann man da Besseres machen, als am Baum ein neues Blatt wachsen zu lassen?“ Natürlich sei Lacky immer bei ihr. Auf der CD gibt es auch einen Titel, den er noch selbst eingesungen hat.

Auch Carmen-Maja Antoni übernahm eine Rolle der neuen Geschichtenlieder-Platte.
Foto: privat

Die Kompositionen der 24 Lieder stammen alle noch von ihm, „es sind zum Teil Film- und Ballettmusiken oder Lieder, die in anderen Produktionen dramaturgisch nicht passten. Früher war es so, dass Lacky meine Texte vertont hat, dieses Mal habe ich die Texte auf seine Melodien geschrieben.“ Arrangeur André Gensicke frischte die teilweise 30 Jahre alten Titel auf. Am 16. September soll die Release-Party gefeiert werden. Zum 40-Jahre-„Jubilierungsfest“ des Traumzauberbaum kommt außerdem eine Vinyl-Sonderedition der Schallplatte von 1980 auf den Markt.