Am Brandenburger Tor wurde mit einem Feuerwerk, aber ohne Zuschauer, das neue Jahr 2021 begrüßt. Foto: AP/Michael Sohn

Was wird es wohl mit sich bringen, das neue Jahr 2021? Nach der großen Krise, die uns alle im vergangenen Jahr beherrschte, fällt es schwer, zuversichtlich auf alles zu blicken, was kommt. Wie es bereits zu erahnen war: Die Lockdown-Maßnahmen werden zunächst bleiben, die Corona-Pandemie wird uns weiter beschäftigen – und dennoch gibt es keinen Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Vielleicht ebnet der Impfstoff den Weg aus der Katastrophe. Und vielleicht gibt's in diesem neuen Jahr noch nicht die große Reise an den Rand der Welt, aber sicherlich viele kleine schöne Dinge. KURIER-Reporter verraten, auf welche Ereignisse sie sich freuen.

Wiedersehen mit der Familie

Für echte Familienmenschen war das Jahr 2020 kein leichtes – auch nicht für mich. Meine Eltern leben in Sachsen, meine Schwester in Thüringen, ich in Berlin. Normalerweise besuche ich meine Eltern alle zwei Monate, alle zusammen treffen sich etwa dreimal im Jahr. 2020 war es – naturgemäß – viel weniger. Aus Sicherheitsgründen verzichteten wir sogar, wie viele andere auch, auf ein Treffen in der Weihnachtszeit. Die Anreise aus unterschiedlichen Bundesländern war uns zu riskant, aber auch unsere Jobs ließen uns zweifeln: Meine Mutter ist Schulleiterin, meine Schwester arbeitet in einer Arztpraxis, ich als Reporter in der Hauptstadt. Wir verzichteten, feierten Weihnachten per Videotelefon. Es war in Ordnung für uns alle. Aber trotzdem freue ich mich nun auf nichts mehr als auf ein Treffen mit meiner Familie. Ich hoffe sehr, dass es bald Lockerungen gibt. Und dass wir dann zumindest ein paar der Dinge nachholen können, die wie im letzten Jahr verpasst haben. Florian Thalmann

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Sommer, frische Luft und lange Abende

Der Kalender des Jahres 2020 war gut gefüllt mit Ereignissen, auf die ich mich gefreut hatte. Vieles fand nicht statt. Die Gründe sind bekannt. Da war zum Beispiel das Konzert in der Wuhlheide. Meine Tochter hatte Karten bekommen. Die Mission Impossible war geglückt und dann doch gescheitert. Worauf also freuen nach der trostlosen Erfahrung? Auf das Verlässliche! Darauf, dass die Tage langsam immer etwas länger werden, die Temperaturen wieder steigen. Auf den Frühling, auf mehr Licht. Auf die Tage, an denen die Bäume und Sträucher die ersten grünen Schimmer erkennen lassen, und das Grün von Tag zu Tag kräftiger wird. Auf den Sommer, auf frische Luft, auf lange Abende. Was sonst wird, ist ziemlich unklar, aber das kommt bestimmt: Licht und Wärme. Im besten Fall wird sogar das ausgefallene Konzert in diesem Jahr nachgeholt. Noch besser: Ich trau mich, hinzugehen. Ganz selbstverständlich. Jochen Knoblach

Erste Male für einen Neu-Berliner

Als immer noch Neu-Berliner – ich zog im Februar, kurz bevor sich die Krise anbahnte, in die Hauptstadt – freue ich mich 2021 auf alle ersten Male in der Stadt. Auf den ersten Restaurantbesuch, der mir die Berliner Küche näherbringt, auf den ersten Kneipenabend in einem alteingesessenen, urigen Lokal, in dem mir der Wirt mit Berliner Schnauze ein frisch gezapftes Bier auf den Tisch knallt, auf die erste lange Sommernacht ohne Abstand und Maske. Wieder mehr auswärts unterwegs zu sein, ist das Ziel. Egal ob beim ersten Stadionbesuch an der Alten Försterei, erstmals im Strandbad Plötzensee ins kühle Nass zu springen oder alle ersten Male, in denen ich das Berliner Umland erkunde. Ebenso wahrscheinlich viele erste Male und Neuanfänge nach der Pandemie im Berliner Wirtschaftskreislauf miterleben zu dürfen, empfinde ich als bereichernd. Denn die Faszination für diese nie stillstehende Stadt und ihre Menschen ist weiterhin ungebrochen. Robin Schmidt

Gesellige Runden vermitteln Geborgenheit

Auf was ich mich in diesem Jahr freue? Auf Geselligkeit – egal ob in Kneipen, Jazz-Bars oder bei privaten Zusammenkünften. 2020 war für mich das Jahr der Eins-zu-eins-Kontakte, größere Runden gab es nur in der digitalen Sphäre und ganz vereinzelt mal im Sommer. Zwar spricht natürlich rein gar nichts gegen einen Spaziergang zu zweit. Doch ich vermisse kleine Menschenansammlungen, sagen wir mal: alles in einer Größenordnung von etwa fünf bis fünfzehn Leuten. Im Gegensatz zu einer dualen Begegnung fühle ich mich dann nämlich von der Pflicht entbunden, ständig präsent sein zu müssen. Gesellige Runden vermitteln das Gefühl, geborgen zu sein, sie sind weniger vorhersehbar und ermöglichen neue Kontakte – kurzum: sie schenken uns Leichtigkeit. Auf dieses, uns allen abhanden gekommene, Gefühl freue ich mich – und ich halte es für realistisch, dass es zurückkommen wird. Philipp Hauner

Endlich kommt der neue Bond!

Bin ich nun gerührt, geschüttelt – oder sogar beides? Auf jeden Fall freue ich mich wie eine geladene Beretta 418, der Lieblingspistole von James Bond, auf das kommende Jahr, vor allem auf das nächste Frühjahr. Denn dann soll endlich der neue 007-Film in den Kinos starten. Genauer gesagt am 31. März 2021, wenn nicht wieder dieses blöde Coronavirus uns allen Bond-Fans weltweit wieder einen Strich durch die Rechnung macht. „Keine Zeit zu sterben“, der Titel dieses 007-Abenteuers, sollte ja bereits im November 2019 anlaufen. Aus produktionstechnischen Gründen wurde dann der Start auf April 2020 verschoben, wegen Corona fiel der Termin auf den 20. November und platzte wegen des Lockdowns. Nun sollte es aber 2021 klappen. Die Freude auf ein Wiedersehen mit Daniel Craig versüße ich mir bis dahin mit alten Bond-Klassikern aus meiner DVD-Sammlung. Norbert Koch-Klaucke

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Gemeinsames Rätseln mit Freunden

Wir haben, wie sicherlich viele während der vergangenen Monate, das Rätseln für uns entdeckt. Daraus ist inzwischen eine richtige Leidenschaft geworden. Wir freuen uns jede Woche auf das Kreuzworträtsel „Um die Ecke gedacht“ aus dem Zeit-Magazin. Obwohl wir regelmäßig fluchend darübersitzen, weil uns die Lösungen einfach nicht einfallen wollen. Aus unserem Unvermögen heraus bezeichnen wir es dann als „Gurkenrätsel“ und müssen lachen. Richtig gepackt haben uns Escape-Room-Spiele für zu Hause. Nur zu gern befreien wir uns aus geheimnisvollen Villen oder finsteren Kellern. Die Herausforderung kitzelt uns. Weihnachten habe ich meinem Freund einen Exit-Kalender für 2021 geschenkt, der jede Woche eine neue Knobelei für uns bereithält. Ich bin schon ganz gespannt. Was uns da wohl erwartet? Dadurch, dass ich den Kalender auch gleich an mehrere Freunde verschickt habe, können wir gemeinsam knobeln, uns Tipps geben oder alle zusammen befinden: „Gurkenrätsel“. Egal wie es kommt, wir haben etwas, was wir zusammen unternehmen können. Das wird schön. Dorothea Nitzsche

Endlich das neue Kajak ausprobieren

Mit einem Kajak die Havel erkunden – ein kleiner Traum, der im nächsten Jahr nun endlich für mich wahr wird. Denn zu Weihnachten habe ich ein aufblasbares Kajak geschenkt bekommen. Ich habe damit schon länger geliebäugelt und die Menschen mit ihren Kajaks und Schlauchbooten im Sommer beneidet. Der Vorteil von einem aufblasbaren Kajak: Im Winter findet es selbst in einer kleinen Wohnung Platz. Meine erste Tour habe ich schon geplant: Starten möchte ich in den schmalen Kanälen im „Klein-Venedig“ in Spandau. Von dort aus geht es dann auf der Havel-Passage zum Tegeler See mit den insgesamt sieben Inseln. Und falls dieses Jahr wieder nur Urlaub in Deutschland möglich sein sollte, schnalle ich das Kajak einfach auf den Rücken und kann damit deutschlandweit die Flüsse und Seen erkunden. Doch erst einmal ist die Havel an der Reihe. Sobald es Frühling wird, heißt es dann im neuen Jahr: aufpumpen und lospaddeln. Elena Matera