Am Vorabend vor dem Jahreswechsel schossen  Jugendliche in der Schöneberger Pallasstraße zahlreiche Raketen in den Nachthimmel.
Am Vorabend vor dem Jahreswechsel schossen Jugendliche in der Schöneberger Pallasstraße zahlreiche Raketen in den Nachthimmel. dpa/Paul Zinken

Schon Tage vor der Silvesternacht war klar: Die Nacht der Nächte dürfte heftig werden. Doch nun offenbart sich nach und nach das komplette Bild. Nachdem zahlreiche Silvester-Fans schon am 29. Dezember die Supermärkte stürmten, die Feuerwerks-Regale schneller als sonst leer waren, krachte es in der Silvesternacht an vielen Ecken Berlins gewaltig. In ersten Silvester-Videos auf Youtube gibt es erste Einblicke in die Böller-Landschaft.

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Videos zeigen den Böller-Wahnsinn in der Berliner Innenstadt

Wie üblich dauert es am 1. Januar nicht lange, bis die ersten Feuerwerks-Fans ihre Videos ins Netz stellen – und damit dokumentieren, was sich an verschiedenen Orten Berlins abgespielt hat. So etwa auf dem Kanal von „MrPyroManager“ – der Feuerwerks-Youtuber verbrachte den Silvesterabend in Hohenschönhausen, filmte um Mitternacht die „Eskalation“ rund um das RiZ-Center in Hohenschönhausen. Böller und Raketen fliegen – ein bisschen Weltuntergang im Lichtenberger Ortsteil.

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Ein Youtuber bewegte sich mit einer umgeschnallten Kamera durch Teile von Neukölln und Schöneberg, filmte dort auch, wie sich Jugendliche gegenseitig mit Feuerwerkskörpern beschossen . Katastrophale Bilder auch in Weddung: Um Mitternacht eskaliert die Situation hier vollkommen. Erst explodiert überall Feuerwerk, später ist zu sehen, wie Passanten absichtlich mit Feuerwerkskörpern auf Polizeiautos schießen.

Ein weiteres Video aus Neukölln ist betitelt mit „Kleinkrieg“ – auch hier ist zu sehen, wie ganze Straßen im Pyro-Wahnsinn versinken. „Es ist richtig warm draußen. Seit Stunden wurde schon geballert, aber zu Mitternacht gings richtig los!“, heißt es in der Beschreibung des Clips. Es seien Raketen im Einsatz, Kugelbomben, aber auch „Raketenwerfer“ – so bezeichnet der Macher des Films die Feuerwerksbatterien. „Die Feuerwehr und Polizei hatten Dauereinsatz. In der Straße schwebten die Pulverdampf-Wolken.“

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Nachdem es in der Silvesternacht auch immer wieder Angriffe mit Feuerwerk auf Rettungskräfte gab, forderte die Gewerkschaft der Polizei Berlin bereits am Neujahresmorgen erneut ein Böllerverbot. „Wir haben deutschlandweit gesehen, dass Pyrotechnik ganz gezielt als Waffe gegen Menschen eingesetzt wird“, kritisierte GdP-Landeschef Stephan Weh am Neujahrsmorgen. Das müsse ein Ende haben.

Gewerkschaft der Polizei fordert ein Böllerverbot

Dies sei allerdings nur realistisch, wenn nicht erst im Dezember wieder darüber diskutiert werde, fügte er hinzu. Es brauche Verkaufsverbot für alle, die nicht beruflich und dementsprechend verantwortungsvoll mit Pyrotechnik hantierten. „Viele Baumärkte haben in diesem Jahr bereits klar Stellung bezogen, und auch die Bevölkerung ist dahingehend viel weiter, als man denkt“, meinte Weh. Die Berliner Feuerwehr meldete in ihrer vorläufigen Bilanz zur Neujahrsnacht 38 Übergriffe auf Einsatzkräfte und 15 Verletzte.

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Bereits vor Silvester war es in der Umgebung der Schöneberger Pallasstraße – in der Silvesternacht eine von mehreren Böller-Verbotszonen – zu heftigen Szenen gekommen. Rund 150 Menschen hatten sich hier gegenseitig mit Raketen und Feuerwerksbatterien beschossen. Die Polizei rückte mit einer Einsatzhundertschaft an – die Beamten brauchten zwei Stunden, bis die Situation aufgelöst war.