Schauspieler Tyron Ricketts produziert jetzt Filme für "People of Colour". Foto: dpa

Volkswagen tappt mit einem ungewöhnlichen Werbespot auf der Bilder- und Videoplattform Instagram in die Rassismus-Falle, dabei hätte das Desaster leicht vermieden werden können. Der Berliner Schauspieler Tyron Ricketts (46, „Russendisko“, „Dogs of Berlin“) kämpft seit Jahren gegen die Benachteiligung von Schwarzen Menschen und berät in diesem Sinne auch Unternehmen ...

Eine riesige weiße Hand schnippt einen dunkelhäutigen Mann in einen Hauseingang – diese echt nicht witzig wirkende  Volkswagenwerbung für das neue Golf-Modell hätte Ricketts keiner Agentur der Welt durchgehen lassen.

Ricketts gründete im vorigen Jahr seine eigene Produktionsfirma Panthertainment. Hier werden ausgesuchte Filme für „People of Colour“ produziert. Inzwischen hat er mit der UFA Fiction einen Produktionsdeal geschlossen. Beide Partner wollen damit den Filmmarkt aufmischen, und zwar international.

Dem KURIER sagte Ricketts: „Der demographische Wandel hat 25 Prozent der deutschen Bevölkerung zu Menschen mit Migrationsgeschichte gemacht. Bei jüngeren Menschen ist der Prozentsatz sogar noch deutlich höher. Viele dieser Menschen teilen Rassismus-Erfahrungen und fühlen sich in der deutschen Medienbranche unter- und missrepräsentiert. Möchte man als medienschaffendes Unternehmen auch in Zukunft konkurrenzfähig bleiben, führt kein Weg daran vorbei, auch diesen stetig wachsenden Teil der Gesellschaft in seine Erzählungen mit einzubeziehen.“

Ricketts selbst ist leidgeprüft: „Ich habe in über 65 Filmen, bei denen ich als Schauspieler mitgewirkt habe, nur in rund 10 Prozent der Fälle einen normalen Deutschen spielen dürfen“, sagt er. „Und das obwohl ich einen deutschen Pass habe.“ Der missglückte Volkswagen-Spot zeigt, wie wichtig es wäre, hier endlich umzudenken.

Volkswagen hat sich inzwischen bei allen Usern entschuldigt: "Wie ihr euch vorstellen könnt, sind wir überrascht und schockiert, dass unsere Instagram-Story derart missverstanden werden kann", so der Konzern. Der Autobauer ließ den Original-Clip löschen.