Anne zeichnet in einem wöchentlichen Video-Kurs die Abenteuergeschichte zweier Außerirdischer. Foto: Gerd Engelsmann

Während es draußen langsam Frühling wird, gehen drinnen Kinder über Tische und Bänke. Die Berliner Kunstschule Mandarie aus Weißensee versucht daher, dem Stubenkoller mit Kunst zu begegnen.

Normalerweise sind die Kursleiter der kleinen Kunstschule in vielen Berliner Schulen und Kitas unterwegs. Kinder töpfern in Nachmittags-AGs mit Marie und Julia, zeichnen Comics mit Anne und Lisa oder basteln mit Marie Spielzeug aus Müll. Jetzt, wo die Schulen geschlossen sind, fehlt vielen der professionelle kreative Input.

Zu Hause Ton kneten oder ein Comic zeichnen ist besser als die achte Trickfilm- Folge. Foto: Gerd Engelsmann

Kurzerhand hat das Teamum Gründerin Antje Steger deswegen beschlossen, ins Internet umzuziehen. Mit Hilfe von Video-Kursen lernen Kinder jetzt online, wie sie zum Beispiel Egon, den Zahnschrubbi aus Ton modellieren können oder ein Comic selber zeichnen. „Für uns ist es ideell und wirtschaftlich wichtig, unsere Arbeit mit den Kindern am Laufen zu halten“, sagt Antje Steger. „Zum Glück haben wir ein so kreatives Team, dass wir unsere ersten Videokurse schnell aufnehmen konnten.“

Ein echtes Zahnmonster aus einem Klumpen Ton

Im Atelier haben die Künstlerinnen dazu eigens ein Video-Set aufgebaut. Marie zeigt vor der Kamera Schritt für Schritt, wie man aus einem Klumpen Ton ein echtes Zahnmonster baut. Den Ton für ihre Kunstwerke haben sich die kleinen Künstler kontaktlos am Atelier abgeholt. Gut verpackt liegt er auf dem Fensterbrett bereit. Noch einfacher wird es, wenn die Kinder ein eigenes Comic zeichnen wollen: Nur Papier, Fantasie und bunte Stifte braucht es dazu. Kursleiterin Anne macht es im Video vor.

In wöchentlich aufeinander aufbauenden Folgen wird aus einer Idee die bunteGeschichte von Giggli und Guggli, zwei Außerirdischen, die aus Versehen mit ihrem Ufo auf der Erde landen. Zum Glück in einer Süßigkeitenfabrik. Woche für Woche können Kinder so ein Stück von ihrem gewohnten Ablauf beibehalten.

„Gerade in bewegten Zeiten ist es wichtig, an gewohnten Dingen und Ritualen, die Freude bringen, festzuhalten“, sagt Antje Steger. Eltern sollten darüber hinaus ihren Kindern viel Gewohnheit und Stabilität geben. Wenn am Vormittag die Schulaufgaben erledigt werden und kleinere Kinder mit Singen, Bastel- und Malaufgaben gut beschäftigt worden sind, ist es für die Gesundheit wichtig, regelmäßig an die Luft zu gehen und sich zu bewegen.

www.mandarie-kunstschule.de