Beim ersten Spiel: die Kicker von Delay Sports Berlin
Beim ersten Spiel: die Kicker von Delay Sports Berlin Imago/Koch

Sie haben gerade erst das erste Spiel in der Vereinsgeschichte absolviert und jetzt schon mehr Follower (312 Tsd.) auf Instagram als der 1. FC Union (172 Tsd.)  und Hertha BSC (244 Tsd.). Der neu gegründete Verein Delay Sports Berlin e.V. macht sich auf, den Berliner Fußball aufzumischen. Mit dabei: Berlins berühmtester Fußball-Kevin. Kevin Pannewitz, der lange Zeit als das Berliner Fußballtalent gefeiert wurde.

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Aus der virtuellen Welt in die Realität: Elias Nerlich (921 Tsd. Follower bei Instagram, 1 Mio. bei Twitch, 236 Tsd. bei Twitter), der erfolgreichste Fifa-Streamer Deutschlands, startet mit seinem neu gegründeten Team Delay Sports Berlin, mit Influencern und Ex-Fußballprofis, ab der kommenden Saison in der Kreisliga C. Am Wochenende bestritt die Mannschaft ihre ersten beiden Testspiele.

Bisher gibt es für Delay Sports Berlin mehr Social-Media-Follower als Tore. Zum Kader gehören unter anderem ehemalige Profis wie Sidney Friede (780 Tsd. Follower auf Instagram), der bei Hertha BSC und dem SV Wehen Wiesbaden unter Vertrag stand. Auch Influencer Diyar Acar, der mehr als 600 Tsd. Follower auf der Plattform TikTok hat, startet für Delay Sports.

Kevin Pannewitz kickt jetzt in Kreisliga C

Der prominenteste Fußball-Name: Kevin Pannewitz (23,2 Tsd.). Er galt beim FC Hansa Rostock in der Zweiten Liga einst als großes Talent und stand beim VfL Wolfsburg unter Felix Magath 2012 vor dem Sprung in die Bundesliga. Jetzt also Kreisliga C.

Kevin Pannewitz, bis 2019 beim FC Carl Zeiss Jena, spielt jetzt bei Delay Sports Berlin.
Kevin Pannewitz, bis 2019 beim FC Carl Zeiss Jena, spielt jetzt bei Delay Sports Berlin. Imago/Worsch

Mit der Mannschaft „können wir bestimmt in der Bezirksliga spielen, wir sehen das aber ganz entspannt“, sagt Nerlich in einem Video, das das Team auf dem eigenen YouTube-Kanal veröffentlichte: „Der Spaß steht im Vordergrund.“ Dennoch hoffe Mitbegründer Friede, dass „wir so oft wie möglich aufsteigen, dass wir auf höherem Niveau spielen“.

Fifa-Streamer Elias Nerlich: „Jeder Spieler, der bei uns in diesem Verein spielt, der bekommt keinen Cent“

Auf Social Media hat Delay Sports jedenfalls schon die Oberklasse erreicht. Jedes Spiel des Vereins wird gefilmt, noch etwas wackelig, und als Highlight-Clip auf YouTube gezeigt. Über 34 Minuten lang ist das Video vom ersten Spiel, das innerhalb eines Tages schon über 482.000 Mal gestreamt wurde. Stolz erzählt Elias Nerlich im Intro: „Wir sind jetzt offiziell der größte Verein in Berlin. Auf Instagram natürlich nur. Da können wir uns nichts für kaufen. Es ist aber ein cooler Fact.“

Elias Nerlich spielt selbst mit, wurde im ersten Spiel aber verletzt ausgewechselt.
Elias Nerlich spielt selbst mit, wurde im ersten Spiel aber verletzt ausgewechselt. Imago/Koch

Stellung nimmt Nerlich auch zum Ärger, den es im Berliner Fußball über die Vereinsneugründung gibt, zu Vorwürfen, dass der Verein die Spieler für viel Geld einkaufe: „Jeder Spieler, der bei uns in diesem Verein spielt, der bekommt keinen Cent“, erklärt der Fifa-Streamer und fügt hinzu: „Der bekommt von mir nach dem Spiel höchstens ein kühles Blondes und einen Klaps auf den Po, dass er ein geiles Spiel gemacht hat. Jeder bekommt null Euro.“

Der große Traum: Delay Sports Berlin will den FC Bayern im Pokal schlagen

Nerlich spricht von Kumpels und befreundeten Influencern, die im Verein spielen. Zum Spielkader sagt Nerlich: „Wir haben zehn Kicker, die sehr, sehr gut sind. Dann haben wir 15, die ganz okay sind. Und dann noch mal 10, 15, die einen über den Durst trinken.“

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Gleich im ersten Spiel gab es den ersten Erfolg. Ein 5:1 gegen Concordia Wilhelmsruh II, die immerhin eine Spielklasse höher kicken. Große Ziele hat Delay Sports Berlin. „Das ist Ziel ist es, die Bayern zu schlagen, und zwar im DFB-Pokal“, sagte Nerlich in Bild. „Der Plan geht so: Wir gewinnen den Berliner Pokal, dürfen dann im DFB-Pokal ran. Dann die Bayern, Julian Nagelsmann hat uns nicht auf dem Schirm und dann hauen wir sie weg ...“

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