Seit Herbst 2020 in Betrieb: Im Bahnhof unter dem neuen Flughafen BER halten außer S-Bahnen auch Regional- und Fernzüge. imago/ Jürgen Heinrich

Es war ein Start mit Wumm! Um zwölf Uhr mittags bebte in Mahlow südlich von Berlin die Erde. Mit Getöse trieb eine Ramme eine Spundbohle in den sandigen Boden. Stahlprofile wie dieses werden die Baugrube einrahmen, in der in den kommenden Monaten ein wichtiger Abschnitt der künftigen Verbindung von Berlin zum Flughafen BER entsteht. Mit dem ersten Rammschlag wurde am Dienstag der Baubeginn der Mahlower Kurve gefeiert – 960 Meter lang und 62 Millionen Euro teuer. „Ist doch nur eine Kurve, werden viele jetzt meinen“, sagte Berlins Verkehrs-Staatssekretär Ingmar Streese. Doch für den Bahnverkehr in der Region ist sie ziemlich wichtig, so der Grünen-Politiker.

Wenige Kilometer jenseits der Berliner Stadtgrenze wird die zweigleisige Trasse die Strecke in Richtung Dresden, die gerade neu gebaut wird, mit dem Berliner Außenring verbinden. Geplant ist, dass sich dort erstmals im Dezember 2025 Züge in die Kurve legen werden. Dann soll auch die Dresdner Bahn eröffnet werden.

Dank der neuen Direktverbindung müssen die Züge künftig keinen Umweg über Ostkreuz mehr fahren

Die wichtigste Aufgabe der Mahlower Kurve: „Dort wird der Airport Express im 15-Minuten-Takt verkehren“, erklärte Enak Ferlemann, Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium. Dank der neuen Direktverbindung müssen die Züge zum Flughafen künftig keinen Umweg über Ostkreuz mehr fahren. Außerdem können sie auf der neuen Dresdner Bahn auf Tempo 160 beschleunigen. Folge ist, dass die Fahrt vom Berliner Hauptbahnhof zur Station unter dem BER-Terminal 1 nur noch 20 Minuten dauern wird. „Das ist mit dem Auto nicht zu schaffen“, so der CDU-Politiker. Heute brauchen die schnellsten Regionalzüge eine halbe Stunde. „Hoffen wir also darauf, dass es irgendwann wieder viele Fluggäste geben wird, die den Airport Express dann nutzen werden“, fügte Alexander Kaczmarek, Konzernbevollmächtigter der Bahn für Berlin, hinzu. Weil die Luftfahrt wegen Corona darnieder liegt, sind die Flughafenzüge derzeit kaum ausgelastet.

Das Stellwerk Glasower Damm, von Bahn-Fans als Fotokulisse geschätzt, markiert den Bereich. Von 2023 an wird es nicht mehr benötigt. Doch vielleicht ließen sich die verglasten Obergeschosse weiterhin nutzen, sagte Kaczmarek. „Ein Café könnte ich mir dort gut vorstellen.“