Probelauf im Impfzentrum Arena Berlin in Treptow. Bundeswehrsoldaten agieren in dem Test als Impflinge.
Foto: DRK Berlin

Einst rockten Musikbands in der Arena Berlin. Jetzt kämpfen auf dem Areal ehrenamtliche Helfer der  Hilfsorganisationen gegen den Corona-Virus. Denn die Halle am Treptower Spreeufer ist eines der sechs Impfzentren der Hauptstadt, mit 80 Impfplätzen sogar das größte. Am Mittwoch wurde dort der Ablauf geprobt, bevor das Impfen am 27. Dezember in Berlin startet.

Etwa 300 Bundeswehrsoldaten sind aufmarschiert. Sie simulierten in insgesamt drei Testläufen die Frauen und Männer, die künftig in der Arena Berlin die Spritze gegen Corona bekommen sollen. Im echten Alltag sollen an einem Tag bis zu 6.000 Impflinge das Treptower Zentrum durchlaufen, hatte Projektleiter Albrecht Broemme gesagt. Insgesamt sollen Berliner, die ins Impfzentrum eingeladen werden und die sich impfen lassen wollen, sich dort nur etwa 70 Minuten aufhalten.

Das erfordert einen enormen organisatorischen Aufwand, den die Hilfsorganisationen Deutsches Rotes Kreuz (DRK), Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) und Malteser Hilfsdienst (MHD) am Mittwoch in der Arena Berlin probten. Das heißt: Impflinge empfangen, registrieren und begleiten sowie Abläufe dokumentieren und die Geimpften nach erfolgter Impfung betreuen.

Die Aufklärung und Impfung selbst wird durch Ärzte der Kassenärztlichen Vereinigung organisiert. „Wir wollen Corona besiegen. Damit stehen wir vor einer Mammutaufgabe. Eine Impfaktion dieses Ausmaßes hat es bislang noch nie gegeben“, sagt Berlins DRK-Präsident Mario Czaja.

„Mit dem Testlauf prüfen wir die operativen Prozesse im Impfzentrum und simulieren den Betrieb in Echtzeit. Gegebenenfalls passen wir Abläufe dann noch an“, sagt ASB-Chef Uwe Grünhagen. Die Proben hätten gezeigt, dass das Zusammenspiel der Helfer gut funktioniere. Unter großem Zeitdruck hätten Experten  die Helfer für die Aufgaben in den Impfzentren geschult.  

„Die Berliner können sich darauf verlassen, dass wir Hilfsorganisationen vor Ort die Menschen gut durch die einzelnen Stationen der Impfstraße begleiten“, sagt Henric Maes, Diözesangeschäftsführer der Berliner Malteser.

„Wir kämpfen gegen Corona“

In jedem der sechs Impfzentrum sollen täglich 120 Ärzte und medizinisches Personal arbeiten, so Zentren-Projektleiter Broemme. Dazu kommen 80 Helfer. Sie werden von den Hilfsorganisationen unter Federführung des Berliner DRK rekrutiert. Es werden noch freiwillige Helfer gesucht, können sich über die Internetseite www.drk-berlin.de/impfzentren registrieren, sich für ein ganz bestimmtes Impfzentrum anmelden.

Das Impfzentrum in der Arena Berlin wird allerdings das einzige sein, das bereits ab dem 27. Dezember an den Start geht. Hier sollen zunächst Pfleger und Mitarbeiter der Altenheime geimpft werden können. Grund ist, dass Berlin in den ersten Tagen noch nicht ausreichend genug Dosen vom Serum des Hersteller-Bündnisses Biontech/Pfizer erhalten wird.

Erst Anfang 2021 gehen alle Impfzentren in Betrieb, in denen dann zunächst die etwa 180.000 über 80 Jahre alten Berliner die Spritze gegen Corona bekommen sollen. Die Benachrichtigungen sind bereits gedruckt, müssen nur noch abgeschickt werden. Anfang Januar soll das Verschicken der Dokumente losgehen, so Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci. Mit dem Impfen dieser Altersgruppe wird ab Februar gerechnet, wenn das Impfen in den Pflegeheimen beendet ist, das nach Weihnachten startet.