Am vergangenen Wochenende gingen in Berlin-Kreuzberg sowohl „Querdenker“ als auch deren Gegner auf die Straße. Imago/Jean MW

Deutlich mehr Demonstranten als am 1. Mai des Vorjahres stellt Berlins Polizei vor große Herausforderungen. Jetzt schon wurden 22 Demonstrationen angemeldet. Das Spektrum der Kundgebungen ist unübersichtlich: Demonstriert wird gegen das Aus des Mietendeckels, gegen Verdrängung, für Russland und gegen Putin. Auch „Querdenker“ wollen am Sonnabend wieder auf die Straße gehen, sowie Demonstranten, die sich gegen deren Corona-Verharmlosungen zur Wehr setzen. Auf 10.000 Demonstranten summiert sich die Zahl der angemeldeten Teilnehmer.

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Weniger alarmiert sind die Polizeikräfte von der „Demonstration zum revolutionären 1. Mai“. Diese startet am Samstagabend um 18 Uhr vom Neuköllner Hermannplatz und zieht vom Kreuzberger Oranienplatz. Innensenator Andreas Geisel (SPD) rechnet nicht damit, dass es hier zu besonderen Gewaltausbrüchen kommen wird. Dem Tagesspiegel sagte Geisel, das Problem sei die Vielzahl von Veranstaltungen und sich daraus ergebende Unwägbarkeiten.

Die größten Herausforderungen sieht Geisel bei Corona-Leugnern: Eine von deren Veranstaltungen habe bereits 1000 Demonstranten angemeldet, weitere Aufzüge könnten dazukommen. Die „Querdenker“-Szene sei unberechenbar: „Wir haben erlebt, dass über die sozialen Medien kurzfristig viele Menschen mobilisiert wurden.“ Polizeisprecher Martin Pallgen rechnet damit, dass aus dieser Szene heraus Gewalttätigkeiten verübt werden könnten.

Die Polizei hat deshalb Polizeikräfte aus anderen Bundesländern angefordert. Die Herausforderung: Auch in anderen Städten muss die Polizei Präsenz zeigen. So sind linke Demos in Hamburg und Leipzig angemeldet, in Erfurt wollen Rechtsextreme auf die Straße gehen und in Oldenburg „Querdenker“.