Im Mercedes-Werk Ludwigsfelde werden täglich um die 200 „Sprinter“ gebaut. Foto: Daimler

Zwei Stunden weniger schubbern: Bei Mercedes in Ludwigsfelde gilt von Januar an eine 36-Stunden-Woche. Fünf Jahre später wird die wöchentliche Arbeitszeit auf 35 Stunden reduziert. Das teilten die IG Metall und das Unternehmen mit.

Bei den Verhandlungen mit dem Unternehmen gab es auch eine Gegenleistung. Wegen der höheren Kosten von 8,5 Prozent, wie die Gewerkschaft erklärt, würden die rund 2000 Beschäftigten auf einen Teil einer im Sommer vereinbarten Sonderzahlung, dem sogenannten „Transformationsgeld“, vorübergehend verzichten.

Bei den letzten Tarifverhandlungen hatte sich die IG Metall trotz mehrerer 24-Stunden-Streiks nicht mit ihrer Forderung nach einer 35-Stunden-Woche im Osten durchsetzen können, wie sie im Westen gilt. Sie handelte jedoch aus, dass einzelne Unternehmen und Betriebsräte darüber verhandeln können. 

Bislang wurde daraufhin bei VW, BMW und Porsche in Sachsen sowie bei ZF und Mahle in Brandenburg die Arbeitszeit verkürzt. Tobias Kunzmann, IG Metall-Vorsitzender in Ludwigsfelde, hat jetzt weitere Unternehmen im Blick: „Trotz aller Unkenrufe haben wir es auch bei Mercedes in Ludwigsfelde geschafft, die 35-Stundenwoche zu vereinbaren. Das ist ein Beispiel für die Flugzeugindustrie in Brandenburg und andere Konzerntöchter des Daimler-Konzerns und eine Ansage an Tesla in Grünheide."