Gerald Mai in seiner Tannenplantage bei Plötzin: Die Nordmanntanne sieht schön grün aus. dpa/Sören Stache

Der Bauarbeiter auf dem Dach hatte offenbar schon am Sonnabend ein bisschen zu viel Hitze abbekommen, als er Dachpappe verschweißte und ein Weihnachtlied pfiff. Ist ja nur noch ein gutes halbes Jahr bis zum Fest. Angesichts der Witterung könnte man sich Sorgen nicht nur um die Bauleute, sondern um die Weihnachtsbäume Sorgen machen. Werden sie mickrige Strempel?

Trockenheit ist Herausforderung für Weihnachtsbäume

In der Tat ist die anhaltende Trockenheit für die märkischen Tannenanbauer eine Herausforderung, schätzt es der Gartenbauverband Berlin-Brandenburg ein. Aber:  „Die künftigen Weihnachtsbäume wachsen aber heran“, sagte Geschäftsführer Andreas Jende.

Die Tannen und Fichten benötigten Wasser vor allem für den Triebzuwachs. Der Boden müsse dazu gut mit Wasser versorgt werden, sagte Jende. Das habe im Winter und zeitigen Frühjahr gut geklappt, weil es keine starken Fröste gab.

Weich, grün und lecker: Deshalb müssen die  künftigen Weihnachtsbäume eingezäunt werden

Jetzt dauert die Wachstumsphase noch bis Ende Juni. Ab dann läuft die Phase des Aushärtens und Durchfärbens der jungen Triebe, die Ende Juli abgeschlossen ist.

Große Nordmanntannen holen ihr Wasser aus der Tiefe

Auf dem Werderaner Tannenhof ist laut Geschäftsführer Gerald Mai Wassermangel derzeit kein Problem. „Wir versorgen die jungen Bäume aber über eine Brauchwasseranlage“, sagte er. Ohne sie, die kein Trinkwasser verbraucht, wäre es problematisch. Ältere und große Bäume kommen aber in der Regel selbst zurecht - zum Beispiel Nordmanntannen, die sich dank der Pfahlwurzel mit Wasser auch aus größerer Tiefe versorgen können. „Grundsätzlich wünschen wir uns natürlich mehr Niederschläge“, sagte er.

In seinem Betrieb haben die Bäume junge, helle Triebe ausgebildet, die auch für Tannenlikör oder auch Salate verwendet werden können. „Sie sehen auch toll aus“, sagte Mai. Für Rehe wären die jungen Triebe ein begehrter Leckerbissen. Doch die etwa 70 Hektar seien gut eingezäunt, damit sei der Weg zum Futter versperrt.

Nach Angaben des Landesamtes für Statistik hatten im Vorjahr im Land fast 60 Betriebe auf knapp 600 Hektar Weihnachtsbäume stehen. 2020 waren es 51 Betriebe, die 524 Hektar bewirtschafteten. Sechs Baumschulen produzieren Setzlinge auf etwa 4,2 Hektar.