So soll der Neubau der Gipsformerei zwischen Sophie-Charlotte-Straße und Stadtring aussehen.
So soll der Neubau der Gipsformerei zwischen Sophie-Charlotte-Straße und Stadtring aussehen. Visualisierung: gmp Architekten

Wer die Büste der Nofretete in seiner Wohnung haben will, sollte nicht versuchen, sie aus dem Neuen Museum zu klauen. Es geht einfacher und straflos, wenn auch nicht ganz billig: Die Gipsformerei der Staatlichen Museen zu Berlin bietet das Abbild der berühmten Einäugigen in Kopie an, bemalt für 8900 Euro. Es ist eine von rund 7000 Repliken verschiedenster Kunstwerke. Der Ort ihrer Entstehung  ist aber zu klein geworden: Deshalb soll auf dem Areal der Gipsformerei an der Sophie-Charlotten-Straße 17/18 ein Neubau entstehen, jetzt wurde der Architektenwettbewerb entschieden.

Das Geschäft der Gipsformerei an der Sophie-Charlotten-Straße.
Das Geschäft der Gipsformerei an der Sophie-Charlotten-Straße. Thomas Uhlemann

Am Sitz der 204 Jahre alten Gipsformerei, Ende des vorletzten Jahrhundert entstanden, befinden sich unter anderem  Formwerkstatt, Malerateliers und Depots für die historischen Formen und Modelle. Wegen des Alters muss der Altbau saniert werden. Wegen der Raumnot soll die Institution von 5000 auf insgesamt rund 13.000 Quadratmeter Fläche erweitert werden.

Nackedeis im Gips-Depot ...
Nackedeis im Gips-Depot ... dpa/Annette Riedl

Ein großes „L“ gegen den Krach

Dafür entsteht, so die Planung, ein L-förmiges, fünfgeschossiges Gebäude, der jetzt gekürte Siegerentwurf stammt vom Architekturbüro von Gerkan, Marg und Partner (gmp). Die Bauform hat den Vorteil, dass der Radau der Stadtautobahn vom Innenhof abgehalten wird.

Der dunkle Teil des Modells zeigt den Neubau. Der vordere Riegel schirmt den Hof zum lauten Stadtring hin ab.
Der dunkle Teil des Modells zeigt den Neubau. Der vordere Riegel schirmt den Hof zum lauten Stadtring hin ab. gmp Architekten / Michael Lindner

Die Vergrößerung ist unter anderem deshalb notwendig, weil sich die Gipsformerei auf die Herstellung großer und komplizierter Reproduktionen spezialisiert hat. Dafür ist eine neue Montagehalle nötig. Im Neubau würden erstmals auch Restaurierungswerkstätten entstehen, erklärte das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR), das den Wettbewerb im Auftrag der Staatlichen Museen durchgeführt hatte.

Die Arbeit an den Kunst-Kopien wird in den Neubau verlagert

Verwaltungs-, Verkaufs- und Ausstellungsflächen sowie die bereits bestehenden Depots sollen im Altbau bleiben, Werkstätten und Ateliers im Neubau untergebracht werden.

Das Bundesamt wird jetzt mit gmp Vertragsverhandlungen aufnehmen, um die weitere Planung und die Bauausführung zu ermöglichen.

Die Entwürfe der Wettbewerbsteilnehmer sind jetzt im Sitz des Bundesamts (Ernst-Reuter-Haus, Straße des 17. Juni 112) ausgestellt, im Februar sollen sie ans Kulturforum umziehen.