Die Polizei hat seit Jahresbeginn rund 4270 Anzeigen zu häuslicher Gewalt in Berlin registriert. Foto: Maurizio Gambarini/dpa  

Bei der Berliner Polizei gehen in den letzten Tagen und Wochen verstärkt Notrufe wegen Gewalt in Familien ein. Wurden in den ersten 16 Wochen des Jahres 2019 knapp 3460 solcher Anrufe angenommen, waren es im gleichen Zeitraum dieses Jahres rund 4100, sagt die Polizei. Besonders deutlich sei der Anstieg seit Mitte März mit wöchentlich mehr als 300 solcher Anrufe.

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Vom 16. März bis 19. April rückten die Einsatzkräfte zudem zu 1580 Einsätzen wegen Gewaltverdachts in Berliner Familien aus. Weiterhin hat die Polizei hat seit Jahresbeginn  rund 4270 Anzeigen zu häuslicher Gewalt in Berlin registriert (bis 19. April). Das waren 210 mehr Vorfälle als im Vergleichszeitraum 2019. Seit den Kontaktbeschränkungen Mitte März wegen der Corona-Krise wurden rund 1380 Gewaltvorfälle in Familien angezeigt, im gleichen Zeitraum des Vorjahres  waren es 46 Fälle weniger.

In der Abendschau hatte ein Dezernatsleiter des Landeskriminalamtes dazu gesagt, wegen misshandelter Kinder kämen derzeit „gar keine Anzeigen“. Er befürchte, dass diese erst gestellt würden, wenn Kitas und Schulen wieder geöffnet sind.