Leere Strandkörbe an der Ostsee. Noch.  Foto: Imago 

Noch neun Wochen bis zu den großen Ferien. Während wir von Bouletten von Fischbrötchen und Sand zwischen den Zehen träumen, bleiben Haus Strandkoje, Pension Lachmöwe, Anker und Fischerklause an der Ostsee noch geschlossen. Dies soll sich, zumindest schrittweise, rechtzeitig vor Beginn der Sommersaison ändern.    

Donnerstag sprachen Vertreter der Tourismuswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern und Ministerpräsidentin Manuela Schwesig über die Ostseesaison 2020. „Erste Ideen von Praktikern“ wollte sich Schwesig anhören ehe sie Entscheidungen über Lockerungen in der Branche treffen wolle. Dabei stehen die Zeichen für eine belebende Brise an der See statt Touri-Flaute ganz gut.

Auf Rügen gibt es aktuell keinen einzigen Corona-Fall mehr. Rostock verkündet am Donnerstag, die erste Corona-freie deutsche Großstadt zu sein. Der 23. April 2020 sei ein Tag zur Freude, sagte der Oberbürgermeister der Hansestadt Claus Ruhe Madsen. Auch dank bisher rigoroser Beschränkungen befindet sich das beliebteste Reiseland der Berliner mit vergleichsweise wenigen Infizierten auf der Sonnenseite der neuen Seuche.

Mayk Borchardt betreibt in Zinnowitz einen Strandkorbverleih und würde gern wieder öffnen.  

Einer der große Hoffnungen hat, seine 170 Strandkörbe in Zinnowitz bald wieder aufstellen zu dürfen, ist Mayk Borchardt. „Grundsätzlich teile ich die Vorsicht der Landesregierung und der Virologen wegen des Coronavirus“, sagt er. Trotzdem glaubt er wie viele im Norden, dass die Ansteckungsgefahr am Strand im Moment und auch in Zukunft bei einer eventuellen Lockerung der Regeln eines der geringsten Risiken darstellt. „Wir haben genug Platz, können die Körbe weit genug auseinander stellen. Auch vor Corona haben wir schon fünf Meter Abstand gelassen und haben aufgrund der Weite an der Ostsee sogar noch mehr Spielraum.“ Allen an der Küste ist klar, dass es eine normale Saison mit vollen Strandbars und Deckenlagern 2020 nicht geben wird. Jetzt sind gute Ideen gefragt, wie man dennoch Strandurlaub realisieren kann. „Ich glaube, dass die Menschen jetzt von sich aus Bereiche mit Platz suchen werden. Vielleicht muss es in diesem Jahr auch Personenbeschränkungen für Strandabgänge geben, okay!“, sagt er dem KURIER.  

Die Landesregierung in MV hat unterdessen schon vor dem Gipfel deutlich gemacht, dass erst am 4. Mai über eine Wiederaufnahme des Tourismus entschieden wird „Natürlich wünschen wir uns alle, dass möglichst bald wieder zahlreiche Urlaubsgäste nach Mecklenburg-Vorpommern kommen. Realistisch betrachtet werden wir den Tourismus aber nur behutsam und schrittweise wieder hochfahren können“, sagte Schwesig. Die Infektionszahlen müssten stimmen.  

Nach dem Gipfel gab Ministerpräsidentin am Nachmittag bekannt: „Wir wollen anfangen, den Tourismus wieder sanft zu öffnen und gehen erste Schritte.“ In fünf Phasen soll es Öffnungen geben. Im ersten Schritt dürfen ab dem 1. Mai  die knapp 70.000 Zweitwohnungsbesitzer wieder ins Land. Gleiches gilt für Dauercamper auf den 117 Campingplätzen. Am 5. Mai wird über weitere Lockerungen für Restaurants, Boots- und Strandkorbverleih entschieden. Immer im Zwei-Wochen-Rhythmus werden die Zahlen neu bewertet und weitere Schritte geprüft. Zudem wurde laut Nordkurier bereits besprochen, dass es weitere Lockerungen zu Himmelfahrt und Pfingsten geben soll. In der dritten Phase sollen dann Übernachtungen von Urlaubern aus Mecklenburg-Vorpommern wieder ermöglicht werden. In Phase vier sollen auch Gäste aus anderen Bundesländern wieder im Nordosten übernachten dürfen. In der letzten Tagesgäste und internationale Urlauber.