Wer die Kugeln trägt, ist einigermaßen sicher – aber sieht auch ziemlich verrückt aus. Foto: Plastique Fantastique/Marco Barotti

Ein Mann und eine Frau sitzen in der S-Bahn, auf ihren Schultern sitzen große Kugeln aus durchsichtigem Plastik – die beiden sehen aus wie in einem Science-Fiction-Film. Ist schon wieder Karneval? Nein! Die Kugeln, die ähnlich wie Taucherglocken den Kopf umschließen, sind der neueste Schrei in Sachen Atemschutz – denn sie bedecken garantiert nicht nur Mund und Nase.

Auf die Idee kamen die Künstler Marco Canevacci und Yena Young, die sich als Duo „Plastique Fantastique“ nennen – ausgehend von einem Szenario, das sie sich bei der Beschäftigung mit der Pandemie überlegten. „Wir dachten: Wenn die Corona-Zeit vorbei ist, sind womöglich alle Häuser so kontaminiert, so dass die Leute dazu angehalten sind, draußen zu leben“, sagt Marco Carnevacci dem KURIER. Doch um das möglich zu machen, müssten die Menschen in Blasen leben. „Also kauften wir transparente Plastik-Halbkugeln mit 35 Zentimetern Durchmesser, klebten sie zusammen und schnitten ein Loch hinein, durch das unsere Köpfe passten. Der ganze Prozess dauerte 30 Minuten, das Material kostete 24 Euro.“

Der Projekt-Film zeigt die "iSpheres" in ihrer ganzen Schönheit.

Video: vimeo / Plastique Fantastique

Ein Schnäppchen für all jene, die richtig auffallen wollen – ob sich die Kugeln als Mode-Accessoire durchsetzen, bleibt dennoch fraglich. Schließlich dürfte es darunter auch gerade im Sommer etwas stickig werden... Ein Problem, bei dem übrigens die Gemeinschaft helfen soll: Die beiden veröffentlichten die Bauanleitung im Netz – jeder einzelne ist eingeladen, den Prototypen zu verbessern.

Carnevacci: „Das Virus verteilt sich über Grenzen hinweg, hat keine Vorliebe für Geschlechter oder den sozialen Status.“ So übergreifend sollte auch die Lösung des Problems entstehen. Apropos Problem: Unklar ist noch, wie es mit dem Essen funktioniert. Aber auch dafür wird sich sicher bald eine Lösung finden.