Horst Mahler, ehemaliger NPD-Anwalt, kommt zum seinem Prozess wegen Volksverhetzung und Leugnung des Holocausts im Rollstuhl in den Gerichtssaal. 
Horst Mahler, ehemaliger NPD-Anwalt, kommt zum seinem Prozess wegen Volksverhetzung und Leugnung des Holocausts im Rollstuhl in den Gerichtssaal.  dpa/Fabian Sommer

Er sitzt mal wieder vor Gericht: Horst Mahler. Der frühere Rechtsanwalt, Linksterrorist und heutige Neonazi, Antisemit und Holocaustleugner soll erneut in volksverhetzender Weise auffällig geworden sein. Unfassbar: Einige der Taten wurden sogar aus dem Knast heraus vollführt.

Soll niemand sagen, das Landgericht Potsdam nehme sich keine Zeit für seinen prominenten Angeklagten: Mit einer mehr als zweistündigen Verlesung von zunächst vier Anklagen hat der neuerliche Prozess gegen den Holocaustleugner Horst Mahler wegen Volksverhetzung begonnen.

Der Staatsanwalt listete am Dienstag in den Anklagen ausführlich insgesamt elf Schriften auf. Mahler soll sie zwischen 2013 und 2017 teils aus der damals verbüßten Haft heraus über das Internet und E-Mails verbreitet haben. Natürlich geht es dabei um Altbekanntes: Der 86-jährige Mahler beschwört darin einen angeblichen Kampf des „deutschen Volksgeistes“ gegen das Judentum, das auf Weltherrschaft ausgerichtet sei, wie der Staatsanwalt zitierte.

Angeklagt ist Mahler, wie gesagt, wegen Volksverhetzung und Leugnung des Holocausts. Er ist aufgrund seines Gesundheitszustands allerdings nur für drei Stunden täglich verhandlungsfähig.

Opa-Extremist Horst Mahler ist für die Justiz kein Unbekannter

Der schwer kranke 86-Jährige erschien im Rollstuhl vor Gericht. Auch das kennen wir von Mahler-Prozessen: Im Saal saß etwa ein Dutzend Unterstützer, die ihm bei seinem Erscheinen vor Gericht kurz applaudierten.

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Mahler ist für die Justiz beileibe kein Unbekannter: Der Opa-Extremist war bereits mehrfach wegen Holocaustleugnung verurteilt worden und hatte seine Freiheitsstrafen von 2009 bis Oktober 2020 mit einer Haftunterbrechung in der Justizvollzugsanstalt Brandenburg/Havel abgesessen.

Horst Mahler war einst Mitgründer der linksextremistischen Roten Armee Fraktion (RAF) und wandte sich später dem Rechtsextremismus zu. Vielen Zeitgenossen ist diese „Karriere“ bis heute ein Rätsel.

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