Die Freie Schule am Elsengrund in Mahlsdorf soll einen neuen Namen bekommen.

Foto: Norbert Koch-Klaucke

Seit Monaten stand die Freie Schule am Elsengrund in Mahlsdorf unter der Beobachtung der Senatsschulverwaltung. Es galt den Vorwurf, die Schulleitung hätte Kontakte zu einem bekannten Rechtsextremisten gehabt, zu klären. Nun zog die Schule weitere Konsequenzen. Man wolle die Bildungseinrichtung neu aufstellen. Nach dem Rücktritt von Schulleiter und Geschäftsführer wurde ihnen und einem weiteren Mitglied der Schulleitung ein Hausverbot ausgesprochen.

In einer Presseerklärung vom Freitag äußert sich die neue Leitung der Freien Schule am Elsengrund zu den Vorfällen an der Bildungseinrichtung. Nach den Erkenntnissen der vergangenen Monate, zum Beispiel über "private Verbindung der Schulleitung zu Holocaustleugnern, fehlende demokratische Strukturen im Schulalltag, Selektion von Unterrichtsinhalten durch die Schulleitung“,  wolle sich die Schule nun neu gestalten, heißt es darin. „Unser Fokus war und ist dabei immer das Wohl der Kinder und deren Bildung. Wir werden die Schulorganisation anpassen, Unterrichtsinhalte erweitern, andere Kommunikationswege gehen und Eltern und Schüler stärker in das Schulleben einbinden.“

Nach dem Rücktritt der alten Schul- und Geschäftsleitung habe nun die Trägergesellschaft „Forum Pädagogik am Elsengrund gGmbH“ die Verantwortung für die Schule und deren Umgestaltung übernommen, erklärte die neue Geschäftsführerin Susann Zittlau. Seit Ende März habe die Schule auch eine neue Leiterin. „Zudem haben wir uns für eine externe, professionelle Begleitung der Veränderungsprozesse in Zusammenarbeit mit der zuständigen Schulaufsicht entschieden“, so Zittlau. „Um den Wandel der Schule auch nach außen sichtbar zu machen, werden wir ihr noch im April einen neuen Namen geben.“

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Die Schule musste auch handeln, drohte ihr doch der Entzug der Genehmigung. Nachdem der Rechtsextremismus-Verdacht an der Mahlsdorfer Schule öffentlich wurde, die sogar im Visier des Verfassungsschutzes war, stand die private Bildungsstätte, die nach dem Konzept des Waldorfschulen-Gründers Rudolf Steiner etwa 160 Kinder unterrichtet, unter erneuter Prüfung der privaten Schulaufsicht der Senatsschulverwaltung. Vor wenigen Wochen hatte ein Behördensprecher erklärt: „Das Wohl der Schülerinnen und Schüler steht für uns im Vordergrund. Wir prüfen weiterhin intensiv, auch einen möglichen Entzug der Genehmigung.“

Man wolle die Schule wieder „als einen Ort des Lernens, (Er-)Lebens, der Vielfalt und Achtsamkeit erstrahlen lassen“ heißt es nun in der Presseerklärung. „Dabei stellen wir den Respekt vor der einzigartigen Individualität einer jeden Schülerin und eines jeden Schülers in den Mittelpunkt und verurteilen jedwede Diskriminierung“, erklärt Geschäftsführerin Zittlau. „Dem Träger, der Lehrerschaft und den Eltern der Schule ist bewusst, dass uns viel Arbeit und noch einige Überraschungen bevorstehen, aber wir sind motiviert und willens, diesen Weg der grundsätzlichen Erneuerung zu gehen, um für die Kinder der Schule wieder einen hochqualitativen und menschlichen Lern- und Lebensraum zu erschaffen und für das Kollegium einen Ort, der es unterstützt, mit Liebe und Freude zu wirken.“

Am Ende der Erklärung dankt die neue Leitung der Schulverwaltung, auch den Medien und der Mobilen Beratungsstelle gegen Rechtsextremismus Berlin, „die geholfen haben, die Missstände aufzudecken“.