Besuch im Garten auf Distanz: Heidemarie Jänke und ihre Mutter Elfriede dürfen sich jetzt wieder einmal pro Woche sehen.  Foto: priavt/BK

Ihre Fürsorge und Liebe hat viele Berliner berührt: Weil Heidemarie Jänke (67) ihre Mutter Elfriede (89) in einem Pflegeheim in Marzahn nicht besuchen durfte, war sie verzweifelt und der KURIER verhalf zu einem kurzen Verwandten-Besuch. Nun gibt es eine weitere positive Entwicklung: Die Einrichtung gestattet nun jedem Bewohner, seine Angehörigen einmal wöchentlich im Garten zu sehen.

„Ich bin sehr froh und glücklich, dass der Geschäftsführer ein großes Herz hatte und so reagiert hat“, sagt Heidemarie Jänke. Nach KURIER-Anfrage zeigte sich Einrichtungsleiter Michael Pfüller der Alpenland-Pflegeheime Berlin GmbH sehr großzügig und gestattete nicht nur Heidemarie Jänke ein Wiedersehen mit der Mutter, sondern lockerte das strenge Besuchsverbot für alle anderen Bewohner gleich mit.

So traurig saß Heidemarie Jänke kürzlich noch auf einer Bank vor dem Pflegeheim, weil sie ihre Mutter nicht besuchen durfte.
Foto: Volkmar Otto

Wiedersehen unter strengen Auflagen

Seit ein paar Tagen dürfen sich die Angehörigen im Garten treffen. Mutter Elfriede darf nun offiziell Besuch von ihrer Mutter bekommen. Vor vier Tagen zum ersten Mal.
„Ich habe meiner Mama ein Stück Torte und Apfelkompott mitgebracht, das sie so gern isst und wir durften uns im Garten zwanzig Minuten sehen“, sagt Heidemarie Jänke.

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Damit der Mindestabstand eingehalten wird, werden zwischen Bewohner und Besucher zwei Tische geschoben. „Außerdem ist ein Mitarbeiter im Hintergrund, der aufpasst, dass sich jeder an die Regeln hält“, sagt Jänke. Ein wenig wie bei einem Besuch im Gefängnis sei sie sich vorgekommen, aber sie sei dennoch sehr dankbar, dass ihr jetzt endlich ein Besuch ermöglicht werde.

Besuch im Garten – mit Distanz: Mutter Elfriede (li.) und Tochter Heidemarie dürfen sich jetzt wieder sehen.
Foto: Volkmar Otto

Die sechs Wochen Distanz seien an ihrer dementen Mutter nicht spurlos vorüber gegangen. Sie sei sehr in sich gekehrt und verschlossen gewesen. „Ich habe ihr sonst alle zwei Tage erzählt und vorgelesen, um ihren Geist zu trainieren. Das fehlt ihr natürlich jetzt“, sagt sie. Als examinierte Altenpflegerin wisse sie wie stressig der Job sei und könne keine intensive Einzelbetreuung erwarten. Da seien eben auch die Angehörigen gefragt.

Kommunikation mit Mundschutz

Ein weiteres Problem in der Kommunikation sei der Mundschutz. „Da meine Mutter stark eingeschränkt hört, liest sie die Sätze von den Lippen ab. Das kann sie jetzt natürlich nicht mehr“, sagt Heidemarie Jänke. Sie selbst spreche unter der Maske sehr gedämmt und das komme bei der Entfernung noch schlechter bei der Mutter an.

Trotzdem freut sich Heidemarie Jänke schon auf kommenden Dienstagnachmittag . Da darf sie ihre Mutter erneut im Pflegeheim besuchen. Sie sagt: Die Corona-Krise ist für uns alle eine große Herausforderung. Ich finde es toll, dass das Pflegeheim so gut reagiert hat und alle Bewohner wieder Besuch bekommen dürfen.“