Wechselunterricht, Distanzunterricht: Schülerinnen und Schüler stehen in der Corona-Zeit unter Dauer-Stress. dpa/Sebastian Gollnow (Symbolbild)

 Schülerinnen und Schüler in Brandenburg sollen nach dem Willen der Linken bis zu den Sommerferien keine Zensuren erhalten. „Jedes Kind soll versetzt werden“, forderte die Bildungspolitikerin der Landtagsfraktion, Kathrin Dannenberg, am Dienstag. Ihr Antrag an das Parlament sieht auch vor, Lehrpläne zu reduzieren, mehr Förderung in der Schule zu gewähren und außerschulische Bildungsangebote etwa von Jugendverbänden zu unterstützen.

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Nach über einem Jahr Corona-Pandemie habe die Landesregierung keinen Plan für die Schulen, kritisierte die Oppositionspolitikerin. Notwendig seien Motivation und Wertschätzung. „Es ist im Moment egal, ob ein Kind in der dritten Klasse fließend lesen kann oder erst in der vierten. Der Leistungsdruck muss raus“, sagte Dannenberg.

Unterstützung kam von der stellvertretenden Vorsitzenden des Landeselternausschusses, Nicole Graser. „Die Kinder zerbrechen unter dem Prüfungsstress“, sagte sie. Der „Benotungsdruck“ müsse weg. „Kinder wollen lernen. Aber es muss nicht drauf hinauslaufen, dass sie permanent geprüft und benotet werden.“

Die CDU sprach sich unterdessen für Lernstandserhebungen in den Grundschulen vor den Sommerferien aus, wie Fraktionschef Jan Redmann sagte. Sie sollten Hinweise für spezifische Programme in den Sommerferien geben.