Schon im September 2018 gab es eine Demo zu Wasser mit der Forderung, die Hälfte des Spreeparks für Kunst, Kultur und schräge Ideen zu öffnen - ohne Eintritt.
Foto: imago/Christian Mang

Viele Ankündigungen und klingende Worte, aber kein „Los jetzt“ im Spreepark. Das wirft die Linken-Abgeordnete Katalin Gennburg der Grün Berlin GmbH vor. Die landeseigene Gesellschaft verhindere, dass kulturelle Einrichtungen und Gruppen das Areal in Coronazeiten zwischennutzen – und sie verfolge insgesamt ein Konzept, das nicht funktionieren werde.

Auf Grundlage der Antwort des Senats, die sie zum Spreepark gestellt hatte, macht sich Gennburg einige Gedanken. So bekam sie zu lesen, dass es im September im Rahmen eines „Labors Spreepark“ eine „Projektwoche“ mit Theatergruppen und Bürgern gab, diese Projektwoche aber bis heute nicht „ausgewertet“ ist. Sei das erfolgt, werde es 2021 eine weitere „Erprobung kultureller Formate“ geben. Insgesamt, so Gennburg, verschleiere Grün Berlin als Lieferant der Senatsantworten mit ihren Darlegungen, dass sie eigentlich niemanden auf dem Areal haben will: „Die Gründung eines Gremiums, das über konkrete Veranstaltungen entscheiden soll, ist erst für April 2021 geplant.“

Grün Berlin argumentiert damit, dass wegen der Baustellen auf dem Gelände die Nutzung nur eingeschränkt möglich sei.

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Mit dem Bauen geht der Abgeordneten bei weitem nicht schnell genug, wie sie überhaupt den Eindruck hat, dass auf dem Gelände zwar irgendetwas geschehe, aber sich immer weiter verzögere. Das Gebiet um das Riesenrad soll laut Grün Berlin GmbH erst 2024 eröffnet werden, die Eingangsbereiche West am „Cinema 2000“ und Ost an der Werkhalle erst 2026.

Wer den alten DDR-Spreepark erwartet, wird enttäuscht werden.

Katalin Gennburg (Linke)

Gennburg prognostiziert dem gesamten Projekt, in dem es Kultur- und Freizeiteinrichtungen im Einklang mit der Natur geben soll, wenig Erfolgsaussichten: „Grün Berlin verfolgt die Idee eines gediegenen ,Freizeit-Parks` mit Wasserläufen und Naturspektakeln und weckt die Erwartung, dass es irgendwie so werden würde wie zu DDR-Zeiten.“ Am Ende aber werde es so etwas werden wie die „mäßig spannende“ Internationale Gartenausstellung IGA in Marzahn, junge Leute würde man damit nicht hinter dem Ofen hervorlocken. „Wer den alten DDR-Spreepark erwartet, wird enttäuscht werden – Paul und Paula wird man dort nicht mehr finden.“

Sie schlägt stattdessen vor, den Spreepark wie das Tempelhofer Feld für alle zu öffnen, ohne Zaun und ohne Eintrittsgeld. „Wir brauchen offene und demokratisch nutzbare Räume für alle , das sehen wir doch seit der Pandemie glasklar.“

Die Senatsmitglieder Pop und Lederer forderten jüngst, dass die Bezirke Flächen für Kunst- und Kulturproduktion in der Pandemie freigeben, um damit geschlossene Bühnen im Freien zu kompensieren. Gennburg: „Genau das kann jetzt schon auf Freiflächen im Park passieren und der Bedarf ist riesig. Der Spreepark ist seit 2014 endlich wieder in Landeseigentum und deswegen muss er auch sofort öffnen."