Ein Fahrzeug der Feuerwehr rast in der Nähe des Einsatzortes durch den Wald.
Ein Fahrzeug der Feuerwehr rast in der Nähe des Einsatzortes durch den Wald. dpa/Frank Hammerschmidt

Wann kommt Regen, fragen sich die Feuerwehrleute. Ein schnelles Ende der Brandbekämpfung in der Lieberoser Heide ist nicht in Sicht. Der Wald brennt und die Feuerwehr, sie rennt. Der Einsatz bleibt schwierig, da das Gelände mit Munition belastet ist. Es ist ein Wettkampf gegen die Zeit, und niemand weiß, wie lange er dauert.

Nach dem Ausbruch des Waldbrandes in der Lieberoser Heide im Südosten Brandenburgs stellt sich die Feuerwehr auf einen länger anhaltenden Einsatz ein. Einsatzleiter Christian Liebe sagte am Dienstag, die Brandbekämpfung werde nach seiner Einschätzung mindestens noch bis Mittwoch dauern. Regen sei erst für Donnerstag angesagt. Da das Gebiet mit Munition belastet ist, kann die Feuerwehr das Gelände nicht betreten, sondern nur von den Rändern aus löschen.

Das heißt: Im Innenraum des Großbrandes tobt das Feuer völlig unkontrolliert!

Am Montag war der Brand in der Lieberoser Heide ausgebrochen. Das Feuer umfasste nach Angaben vom Dienstagvormittag etwa 13 Hektar. Auch aus der Luft wird nach wie vor mithilfe eines Hubschraubers gelöscht. Brandenburgs Forst- und Klimaschutzminister Axel Vogel (Grüne) forderte einen schnelleren Umbau des Waldes mit deutlich mehr Laubbäumen.

Für die Bevölkerung besteht durch den Brand im Wald keine Gefahr

„Die Einsatzkräfte haben die Lage vor Ort im Griff“, sagte eine Sprecherin des Landkreises Dahme-Spreewald am Dienstag. Auch für die Bevölkerung bestehe keine Gefahr. Landrat Stephan Loge, der sich selber ein Bild von der Lage machte, sagte: „Erfahrungen der letzten Jahre zeigen uns, dass das Feuer durch die Unwägbarkeiten und die hohe Trockenheit heimtückisch ist.“

Im Sommer 2019 hatte die Feuerwehr tagelang gegen einen Waldbrand in der Lieberoser Heide, rund 30 Kilometer nördlich von Cottbus, gekämpft. Derzeit gilt im Kreis Dahme-Spreewald die Waldbrand-Warnstufe vier – die zweithöchste.

Brandenburgs Agrarminister Vogel betonte im RBB-Inforadio am Dienstag die Bedeutung des Waldumbaus. Noch immer gebe es 80 Prozent Kiefernwälder. „Laubbäume reinbringen ist das Gebot der Stunde.“ Insgesamt 600.000 Hektar Nadelwald müssten umgebaut werden, derzeit seien es aber weniger als 5000 Hektar pro Jahr. Das reiche nicht.

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Der Umbau müsse wegen des Klimawandels innerhalb einer Generation geschafft werden, sagte Vogel: „Sonst haben wir vielleicht bald keine Wälder mehr in Brandenburg.“ Insgesamt hat Brandenburg mehr als eine Million Hektar Waldflächen.

Wer diesen gigantischen Umbau bewältigen und bezahlen soll, sagte Brandenburgs Agrarminister Vogel allerdings nicht.