Das Testzentrum in Lichtenberg hat am Montagmorgen seinen Betrieb aufgenommen.

Foto: Gerd Engelsmann

Wer sich nicht vorab online registriert hatte, konnte die Wartezeit in der Fischerstraße 36 immerhin mit Sonnenstrahlen auf der Haut verbringen. Bereits um kurz vor neun Uhr fanden sich am Montagmorgen vor dem neuen Testzentrum in der Max-Taut-Schule in Lichtenberg rund zwei Dutzend Menschen ein.

In der dortigen Aula können sich Berliner ab sofort auf eine Infektion mit dem Coronavirus testen lassen. Die Inbetriebnahme dieses und 15 weiterer Testzentren in Berlin sei – neben dem Kranken- und Pflegebereich sowie dem Bildungswesen – der dritte wichtige Baustein in der Teststrategie des Berliner Senats, sagte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) am Tag zuvor bei einem Rundgang durch die Räumlichkeiten.

In Lichtenberg gibt es Tests ohne Voranmeldung

Kalayci kündigte an, dass im Testzentrum in Lichtenberg sowie in den drei weiteren großen Einrichtungen in Wilmersdorf, Tiergarten und Kreuzberg keine vorherige Terminbuchung nötig sei. So war es auch am Montagmorgen in Lichtenberg. Wer keinen Termin gemacht hatte, wurde auch getestet.

Doch eben schnell im Testzentrum vorbeigehen und innerhalb kürzester Zeit wieder herauskommen war nur denjenigen vorbehalten, die sich bereits zu Hause oder unterwegs online registriert hatten. Zum Ärger der Wartenden, die dies nicht vorab getan hatten, weil sie auf ein unkompliziertes Verfahren setzten. So gab es vor Ort bei der Registrierung Probleme – und damit kam es zu längeren Wartezeiten.

Davon ist auch Jan Teckelmann genervt. Der 55-Jährige war nicht davon ausgegangen, dass man einen QR-Code einscannen muss, um sich fürs Testen zu registrieren. Wahlweise lässt sich die Anmeldung auch über eine eingerichtete Webseite der Betreiberfirma 21Dx GmbH abwickeln – unter 21dx.medicus.ai So steht es auf einem Schild vor der Aula. „Im modernen Zeitalter muss man sich wahrscheinlich ans Digitale gewöhnen“, sagt Teckelmann, der auf eine handschriftliche Liste zur Registrierung gesetzt hatte.

Jan Teckelmann ist von den Problemen bei der Registrierung genervt.
Foto: Gerd Engelsmann

Einen besonderen Plan für den Frauentag hat Teckelmann nicht. Er wolle die Chance nutzen, dass er einer der Ersten ist, der getestet wird, bevor es sich bei den Berlinern rumspreche.

In der nächsten Zeit wird Teckelmann von dem Angebot des wöchentlich kostenlosen Schnelltests aber Gebrauch machen – digital oder analog, hin oder her. „Ich hoffe, dass ab dem 22. März Fitnessstudios öffnen dürfen. Um wieder trainieren zu können, brauche ich dann einen negativen Nachweis.“

Dass die Testzentren in Berlin nun an den Start gehen, findet Benny prinzipiell gut. Bei ihm funktioniert die Registrierung via QR-Code und Webseite nicht. Woran es liegt? Könne er nicht sagen. Benny hat am Montagmorgen in den Nachrichten von den Testmöglichkeiten gehört und wollte abklären, ob er mit dem Coronavirus infiziert ist. Leichte Symptome habe er. „Dann bin ich schnell hierher und dachte mir, du lässt dich – wie der Name sagt – schnell testen. Jetzt stehe ich hier seit einer Stunde und komme nicht weiter.“

Vor der Aula stehen Mitarbeiter der Betreiberfirma und versuchen Probleme bei der Registrierung gemeinsam mit den Menschen in der Schlange zu lösen. Auf Nachfrage, wie denn die Testung am Montagmorgen anliefe, erklärt ein Mitarbeiter freundlich, aber bestimmt, dass vor Ort keiner befugt sei, mit der Presse zu sprechen.

Ronja Schneeweiß will sich testen lassen, weil sie schwanger ist.
Foto: Gerd Engelsmann

Bei Ronja Schneeweiß, 32, und ihrem Mann läuft es dagegen besser. Beide hatten sich bereits vorab per App angemeldet und fanden es „super erklärt“. Sie selbst sei schwanger und findet es daher wichtig, sich nun regelmäßig testen zu lassen. Auch wenn die Öffnungszeiten von 9 bis 18 Uhr nicht die freundlichsten für jeden Arbeitnehmer seien, wolle sie das Testangebot einmal pro Woche wahrnehmen.

Negatives Ergebnis als Schutz für Kollegen

Gleiches gilt für Fabian Schrum, 29, und Hanna Reichhardt, 27. „Bisher war es ein Glücksspiel, ob man eine Infektion hatte. Nun kann man mit einem negativen Test relativ sicher sagen, dass man nicht infiziert ist“, sagt Reichhardt. Schrum gibt es ein neues Sicherheitsgefühl. Ihm geht es weniger um seine eigene Person. Er möchte seine Kollegen im Büro schützen, da er nicht immer im Homeoffice arbeiten könne.

Fabian Schrum und Hanna Reichhardt.
Foto: Gerd Engelsmann

Für den Ablauf im Testzentrum in Lichtenberg finden Reichhardt und Schrum nach ihrer Testung nur positive Worte. „Es ist sehr gut organisiert. Dadurch, dass man bereits vorab seinen QR-Code hat, geht man einfach zur Anmeldung und bekommt dort einen neuen individualisierten QR-Code“, sagt Schrum. Anschließend werde man in eine Kabine geleitet, wo der Abstrich genommen werde. Innerhalb von 15 Minuten erhalte man das Ergebnis auf sein Mobiltelefon. Wer sich vorab online registriert, scheint demnach schneller die Sonnenstrahlen genießen zu können.