Fachleute versuchen den Schaden an den Rohren zu reparieren. Foto: BLP

Ein Sonntag auf dem Trockenen: Wegen eines Rohrbruchs waren rund 2500 Haushalte in Neu-Hohenschönhausen von der Trinkwasserversorgung abgeschnitten. In der Nacht zu Montag konnte sie wieder hergestellt werden.

Am Sonntag gegen 7 Uhr früh hatten die Wasserbetriebe die Meldung von der Havarie an der Ecke Falkenberger Chaussee und Rüdickenstraße bekommen. Ein 30-Zentimeter-Wasserrohr war geborsten. Komplett ausgefallen war die Versorgung in den Straßen Rotkamp, Matenzeile, Am Breiten Luch, Rüdickenstraße und Röttkenring, teilweise an der Wartenberger Straße und der Falkenberger Chaussee. 

Es gelang den Wasserbetrieben nach fünf Stunden, die meisten Häuser über andere Leitungen zu versorgen, allerdings reichte der Druck nicht aus, um Wohnungen oberhalb des 6. Stocks zu versorgen. Und wenn Wasser aus den Hähnen quoll, war es braun.

Deshalb wurden in der Umgebung Not-Zapfstellen auf Hydranten gesetzt. Nicole Völker (32) kam am Nachmittag mit Tochter Samantha (12) zur Zapfstelle Rüdickenstraße: Sie wohnen in dem Block Falkenberger Chaussee 6 bis 20, der bis zum Abend gar kein Wasser hatte.

Nicole Völker: „Erst in solchen Momenten merkt man, dass in welchem Luxus man lebt - Wasserhahn auf, und es kommt warm oder kalt aus der Wand.“  Denn ohne fließend Wasser konnte sie nicht zu Mittag kochen. Das Wasser aus der Notzapfsäule nutze sie nun sowohl zum Kaffeekochen, Essen zubereiten als auch zur Klospülung.

Mutter Nicole Völker (32) mit Tochter Samantha (12) an der Notzapfsäule in der Rüdickenstraße. Foto: Berliner Kurier/Gerhard Lehrke

Insgesamt 17 Mitarbeiter des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) verteilten Trinkwasser in Beuteln unter anderem an Menschen, die ihre Wohnung wegen Corona oder aus anderen Gründen nicht verlassen konnten, oder sie kamen gleich mit Kanistern zum Waschen und für die Toilette.

Käthe (18) und David (21) machten sich mit je zwei 20-Liter-Kanistern auf den Weg. In der 10. Etage der Falkenberger Chaussee 42 gossen sie Wasser bei einer alten Bewohnerin in Eimer. Nachbar Dieter Bartling (68), der sich gerade auf den Weg auf die Straße machen wollte, musste mit seinem Eimer nicht mehr aus dem Haus. 

David (21) und Käthe (18), Mitarbeiter des ASB, beliefern ein Haus in der Falkenberger Chaussee mit Wasser aus den Notzapfstellen. Foto: Berliner Kurier/Gerhard Lehrke

Nachdem das defekte Rohr freigelegt worden war, wurde es von Fachleuten der Wasserbetriebe und einer Firma zunächst mit einer Art Gummi-Verband abgedichtet. Am Abend sollte eine Metallmanschette montiert werden. Es zeichnete sich dann aber ab, dass die Arbeiten bis tief in die Nacht dauern würden, und so trat es auch ein.

Dieter Bartling (68), Bewohner der Falkenberger Chaussee 42, bekommt Wasser von den Einsatzkräften der ASB. Foto: Berliner Kurier/Gerhard Lehrke

Haus sollte auf Standsicherheit überprüft werden

Philipp Cachée, Einsatzleiter des Bezirksamts Lichtenberg, bestellte noch das Technische Hilfswerk ein, um sicherzustellen, dass das Gebäude neben der Grube nicht unterspült wurde: Die Fahrbahn der Straße hatte sich etwas abgesenkt. Er wollte auch noch den Amtsarzt bitten, das Wasser zu prüfen, das nach dem Rohrbruch aus den Hähnen kam. 

Das betroffene Rohr wurde vorübergehend mit einer Gummimatte repariert. Foto: Berliner Kurier/Gerhard Lehrke

Mögliche braune Verfärbungen oder Trübungen des Leitungswassers seien auf Metall- und Mineralablagerungen in Leitungen zurückzuführen und gesundheitlich unbedenklich, versicherten die Wasserbetriebe. Sie entstanden, weil das Wasser in den Rohren wegen der Umleitung die Fließrichtung änderte. Man solle das Wasser im Zweifel eine Weile laufen lassen, bis es wieder klar sei und nicht mehr kälter wird. In der Warn-App NINA des Bundes war noch vom Trinken abgeraten worden.

Einsatzleiter Cachée empfahl den Anwohnern, den Twitteraccount der Lichtenberger Bezirksamtes zu verfolgen, um zu erfahren, wann das Wasser wieder fließt, in der Nacht war es dann soweit.

Dieser Artikel wurde am Montagvormittag aktualisiert.