Die Klima-Aktivisten der Letzten Generation blockieren eine Autobahnabfahrt in Berlin.
Die Klima-Aktivisten der Letzten Generation blockieren eine Autobahnabfahrt in Berlin. Imago/Martin Dziadek

Es musste früher oder später passieren: Eine Radfahrerin wird von einem Betonmischer überfahren und dabei lebensgefährlich verletzt. Nach letzten Meldungen ist die 44-Jährige inzwischen für hirntot erklärt worden. Die Retter kommen nicht rechtzeitig zum Unfallort, weil sie im Stau stehen. Ein Stau, den die Klimaaktivisten der selbst ernannten „Letzten Generation“ verursacht haben.   

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Mit dem schnellen und brutalen Vorwurf, die Klimabewegung nehme für ein bisschen Aufmerksamkeit sogar Tote in Kauf, sollten wir trotzdem sehr vorsichtig sein. Es ist völlig unklar, ob die Feuerwehr ohne den Klimaprotest wirklich relevant früher am Unfallort hätte eintreffen können. Das bestätigen alle Beteiligten.  

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Klimaaktivisten müssen sich Fragen gefallen lassen

Trotzdem muss sich die Gruppe der Klimaaktivisten Fragen gefallen lassen. Mit ihren Aktionen und Blockaden richtet sich die „Letzte Generation“ nicht an die Schuldigen der Klimakrise, sondern durchweg an Unbeteiligte. Spätestens seit den Beschmierungsaktionen in Museen darf man doch wohl anmerken, dass weder Kartoffelbrei noch Maler Claude Monet irgendetwas mit der Klimakrise zu tun haben.  

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Klimaaktivisten der Klimaschutz-Protestgruppe „Letzte Generation“, nachdem sie das Gemälde „Getreideschober“ von Claude Monet im Potsdamer Museum Barberini mit Kartoffelbrei beworfen haben.
Klimaaktivisten der Klimaschutz-Protestgruppe „Letzte Generation“, nachdem sie das Gemälde „Getreideschober“ von Claude Monet im Potsdamer Museum Barberini mit Kartoffelbrei beworfen haben. AP/Letzte Generation

Das nervt, genauso wie die provozierten Staus auf den Straßen und sorgt für die Aufmerksamkeit, um die es der Gruppe offenbar vorrangig geht. Schließlich interessiere sich schon niemand mehr für den zahmen Schülerprotest der „Fridays-for-Future“-Bewegung argumentieren die Aktivisten.

Aufmerksamkeit sollte der Sache dienen

Das mag stimmen. Eines aber vergisst die „Letzte Generation“ dabei. Die Aufmerksamkeit sollte der Sache dienen, dem Kampf gegen die Klimakrise. Alles andere wäre doch wohl dumm und unsinnig, ist aber bereits Realität. Es wird nur noch über die Aktionen selbst debattiert. Die Ansinnen der Klimaaktivisten finden nicht mehr statt.

Mehr noch: Die „Letzte Generation“ schadet der Klimabewegung, wenn sich immer mehr Menschen genervt von ihren Zielen abwenden. Diese Form des Klimaprotestes hat sich längst selbst diskreditiert. Völlig unabhängig von der Frage der Verantwortung an einem behinderten Rettungseinsatz.