Mit Notfallplänen will die BVG auf massive Krankmeldungen reagieren. imago

Wir steuern auf eine „Wand“ zu: So nennt der Chef-Virologe der Berliner Charité die atemberaubende Übertragungsgeschwindigkeit der neuen Corona-Variante Omikron. Erst vor wenigen Wochen entdeckt, könnte sie bereits in diesen Tagen Delta als dominante Corona-Variante verdrängen. Das Robert Koch-Institut (RKI) und zahlreiche Pandemie-Experten machen sich Sorgen um die Vielzahl von zu erwartenden Erkrankungen: Etliche Mitarbeiter, die in der sogenannten kritischen Infrastruktur beschäftigt sind, könnten mit einem Male ausfallen. Was passiert, wenn die Polizei nicht mehr für Sicherheit sorgen kann, die Feuerwehr nicht in der Lage ist, Brände zu löschen, der BVG Busfahrer und U-Bahn-Personal fehlt? Chaotische Zustände, gegen die sich Personalmanager mit Notfallplänen rüsten. Einschränkungen werden wohl unvermeidlich bleiben, doch Grundversorgung und Sicherheit sollen in Berlin sichergestellt bleiben.

Krankenhäuser verschieben OPs, Polizei und Feuerwehr trennen Abteilungen

Der RBB hat bei Institutionen und Unternehmen der Region nachgefragt, wie ihre Planungen für den Omikron-Fall aussehen. So rechnet man beim Klinik-Konzern Vivantes Anfang nächsten Jahres mit deutlich mehr Ausfällen von Mitarbeitenden, die in Quarantäne gehen müssten. Pflege-Teams müssten in dem Falle „flexibler“ eingesetzt, noch mehr geplante Operationen verschoben werden.

Bei der Berliner Polizei werden Kontakte dadurch reduziert, dass ganze Abteilungen in sogenannte Kohorten geteilt wurden. Wenn es zu Ausfällen in einzelnen Polizeibezirken kommt, wird Verstärkung aus dem Stab geschickt. Im Extremfall müsse man sich auf die wichtigsten Bereiche konzentrieren, um die Sicherheit in der Stadt zu gewährleisten, so ein Sprecher.

Auch die Berliner Feuerwehr hat Abteilungen in Kohorten geteilt, um Kontakte zu reduzieren. Man stellt sich auf Ausfälle beim Rettungspersonal ein und will notfalls Löschfahrzeuge außer Dienst stellen, um Rettungswagen weiter besetzen zu können.

Wasserwerker im Homeoffice, BVG will Angebot drosseln

Die Berliner Wasserbetriebe haben eine Homeoffice-Pflicht für Beschäftigte angeordnet, die ihre Aufgaben vom heimischen Computer aus erledigen können. In einer Leitwarte wurde vom Drei-Schicht-Betrieb auf zwei Schichten umgestellt. Damit soll sichergestellt werden, dass auch beim Ausfall vieler Kollegen genug Personal verfügbar ist.

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Die BVG verweist darauf, dass die Inzidenz ihrer Beschäftigten unter dem Durchschnitt lag. Falls es durch Omikron zu deutlichen Personalproblemen komme, will man das Angebot „koordiniert und ausgewogen um bestimmte Prozente anpassen“. Entsprechende Pläne lägen vor, die Öffentlichkeit werde in dem Falle informiert.