Die Neuköllner Schülerin Rebecca Reusch wird seit zwei Jahren vermisst. Mit diesen Plakaten versuchten die Eltern Hinweise zu bekommen, wo ihre Tochter ist.
Eric Richard

Seit über zwei Jahren ist sie spurlos verschwunden. Rebecca Reusch aus Neukölln, die in diesen Tagen ihren 18. Geburtstag gefeiert hätte. Die Eltern gehen davon aus, dass ihre Tochter lebt. Indessen sucht die Polizei weiter fieberhaft nach dem Mädchen, hat nun sogar die Videos aus Überwachungskameras verschiedener BVG-Busse ausgewertet.

Seit dem  18. Februar 2019 gilt die Schülerin als vermisst. Sie hatte damals im Haus ihrer älteren Schwester und deren Mann übernachtet. Mit dem Videomaterial aus den Bussen hofften offenbar die Ermittler herauszubekommen, wie Rebecca an diesem Tag verschwunden sein könnte. Denn Zeugen wollen das damals 15-jährige Mädchen an einer Bushaltestelle nahe des Hauses gesehen haben, von der sie aus möglicherweise zur Schule gefahren sein soll.

Mit diesem Foto suchte die Polizei nach Rebecca. dpa

Neben den Aufzeichnungen in den Bussen wurde auch die Überwachungskamera einer Bäckerei ausgewertet, die den Bürgersteig und auch die Bushaltestelle im Blick hat. Doch die Untersuchungen des aufgezeichneten Materials aller Kameras widerlegen jetzt die Aussagen der Zeugen. Die Ermittler konnten Rebecca darauf nicht erkennen.

Das Material sei weitreichend und mehrfach überprüft worden. „Aber auf den Videokameras in den Bussen war sie nicht zu sehen“, sagte der leitende Staatsanwalt Martin Glage der Bild-Zeitung. Man könne demnach ausschließen, dass Rebecca an dem 18. Februar 2019 mit einem Bus davon fuhr oder sogar an der Haltestelle gestanden habe.

Stieg Rebecca wirklich in einen Bus ein, wie Zeugen behaupten?

Auch anderen Hinweisen gingen die Ermittler nach, wonach Rebecca nach dem Tag ihres Verschwindens noch irgendwo in der Stadt gesehen worden sein soll. Aber diese Aussagen konnten nicht bestätigt werden.

Auf Medienberichte, wonach die Ermittler sich nun bestätigt fühlen, dass Rebecca das Haus ihrer Schwester nicht lebend verlassen habe, will die Berliner Staatsanwaltschaft nicht weiter eingehen. Ihr Sprecher Martin Steltner sagte dem KURIER: „Es gibt in diesem Fall dazu nichts Neues.“

Allerdings ging die Polizei schon recht frühzeitig davon aus, dass das Mädchen einer Straftat zum Opfer gefallen ist. Einige Tage nach ihrem Verschwinden übernahm schon eine Mordkommission den Fall. Bereits am Anfang der Ermittlungen gerät der Mann der Schwester von Rebecca unter Tatverdacht, wurde vorübergehend festgenommen. Das Mädchen war zum Zeitpunkt des Verschwindens mit ihrem Schwager allein im Haus. Er sagte aber damals aus, dass Rebecca am Morgen das Haus verlassen hätte.

Im März 2019 suchte die Polizei am Storkower Kanal nach Rebecca. Eric Richard

Auch die Untersuchungen seiner Autofahrten an diesem und dem Folgetag in Richtung Polen lieferten keine handfesten Beweise, dass der Mann mit dem Verschwinden von Rebecca etwas zu tun gehabt hätte. Waldgebiete und Seen in Brandenburg wurden wochenlang mit Spürhunden und Hubschraubern abgesucht, in dessen Nähe das Auto gesehen worden war.

Diese und auch spätere Suchaktionen verliefen ergebnislos. Auch bei den Untersuchungen von Rebeccas Daten im Internet gab es bisher offenbar keine Spur, die den Verbleib des Mädchens klären könnte.

Die Eltern von Rebecca glauben bis heute nicht, dass der Mann ihrer älteren Tochter etwas mit dem Verschwinden des Mädchens zu tun hat. Tag für Tag hoffen sie auf ein Lebenszeichen ihrer „Becci“.