„Kannibale“ Stefan R. wurde am Freitag zu lebenslanger Haft verurteilt. Pressefoto Wagner

Es ist das erwartet harte Urteil im Prozess gegen den Kannibalen von Pankow. Das Berliner Landgericht hat den 42-jährigen Stefan R. wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Die Richter sahen es am Freitag als erwiesen an, dass der Lehrer im September 2020 einen 43 Jahre alten Monteur getötet hat, „um seine Kannibalismus-Fantasien auszuleben“.

Die Männer hatten sich über ein Dating-Portal zum Sex in der Wohnung des Lehrers in Berlin-Pankow verabredet. Nach der Tötung des Mannes, habe der 42-Jährige die Leiche zerteilt und die Teile an verschiedenen Orten in Berlin abgelegt.

Stefan R., der über weite Strecken des Prozesses geschwiegen hatte, beteuerte zuletzt, all seine sexuellen Chats kannibalistischer Art seien reine Fantasie gewesen. Die Richter überzeugte das allerdings nicht.

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Das Opfer Stefan T. (43) hatte am 5. September kurz vor Mitternacht seine Wohngemeinschaft in Lichtenberg verlassen. Er kehrte nicht zurück. Seine Mutter erstattete drei Tage später Vermisstenanzeige. Hoffen und Bangen über Wochen hinweg. Bis rund zwei Monate später Knochenteile entdeckt wurden.

Seit Monaten hatte der Lehrer in Kannibalismus-Foren recherchiert

Personen- und Leichenspürhunde kamen zum Einsatz. Bald stand fest: Es sind Überreste von Stefan T. Ermittler rekonstruierten: Der Monteur im Hochleitungsbau – 1,90 Meter groß, die Haare gelockt – nahm ein Taxi. Der Fahrer konnte ausfindig gemacht werden.

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Der Ankläger in Berlin: „Mantrailer-Hunde führten zur Wohnung des Angeklagten.“ Schaurige Entdeckungen dann in der Wohnung: „Gerätschaften zum Zerteilen von Leichen, Kühlanlagen, sehr viel Blut des Opfers – unter anderem in der Kühltruhe.“ Der Ankläger: „Seit Monaten hatte R. in Kannibalismus-Foren recherchiert, wie man Menschen schlachtet und dann verspeist.“

Jetzt wird er weggeschlossen, für eine lange Zeit.