Die „Sissi“-Filme mit Romy Schneider und Karlheinz Böhm laufen noch immer jedes Jahr zu Weihnachten im Fernsehen. Foto: Imago Images/United Archives

Bis auf eine kleine Ausstellung in Schönau am Königssee gibt es deutschlandweit kein Museum für Romy Schneider. Das soll sich jetzt ändern: In einem Lausitzer Schloss entsteht ein Archiv für die berühmte Schauspielerin.

Dass Ariane Rykov ein großer Romy-Schneider-Fan ist, zeigt sich auf den ersten Blick: Die Mittzwanzigerin ist ebenso zierlich, hat große, ausdrucksstarke Augen und trägt die dunklen Haare streng zurückgebunden, wie einst ihr Idol. Und sie arbeitete bereits als Schauspielerin. „Ihre Ausstrahlung war einfach so faszinierend. Gute Schauspieler gibt es viele, Romy Schneider aber lebte ihre Rollen“, erklärt die junge Frau ihre Begeisterung. Seit einem Jahr ist Rykov Schlossherrin in Klein Loitz (Spree-Neiße) und baut das Gebäude zu einem Romy-Museum aus.

Bereits in ihrer Kindheit verehrte Rykov die 1982 in Paris gestorbene Künstlerin, die einst mit den „Sissi“-Filmen berühmt geworden war. „Ich habe alles gesammelt, was ich bekommen konnte, später vieles von meiner Oma geerbt und Möbel sowie Kostüme auch ersteigert“, sagt Rykov. Seit 2010 führte sie gemeinsam mit Dieter Schleifenbaum ein Schneider-Archiv in Hamburg. „Mein Geschäftspartner hatte ein enormes Fachwissen, nachdem er nach dem Tod von Romy die Sammlung ihres Fanclubs aufgekauft hatte.“

Im Film „Das Mädchen und der Kommissar“ (1971) spielte Schneider die Prostituierte Lili. Foto: Imago Images/United Archives/kpa Publicity 

Nach dem Tod Schleifenbaums 2017 übernahm die heutige Schlossherrin das Archiv, lernte Uwe Marcus Rykov kennen, der in Riga einen Verlag hat und sie in ihrer Idee eines Romy-Museums bestärkte. Schließlich gibt es so etwas bis auf eine kleine Ausstellung am Königssee, wo die gebürtige Österreicherin aufgewachsen war, bisher nicht.

„Ich wusste, worauf ich mich da einlasse, habe quasi neben meiner Frau auch ein bisschen Romy Schneider geheiratet“, sagt der Verleger schmunzelnd. Ursprünglich hatte das Paar mit seinem Fundus aus Filmplakaten, Autogrammen, Kostümen, Fotos, Büchern und Möbeln nach Berlin ziehen wollen. Aber: „Dort genügend Räumlichkeiten zu bekommen, die sich auch noch bezahlen lassen, ist einfach illusorisch“, sagt Ariane Rykov.

Etliche Immobilien schaute sich das Paar gemeinsam an. 2019 schließlich entdeckte es das leer stehende Herrenhaus in Klein Loitz, einem Ortsteil der Gemeinde Felixsee. Aufgrund vieler Umbauten im Lauf der Jahrhunderte steht der ursprünglich aus dem 17. Jahrhundert stammende Bau nicht unter Denkmalschutz.

In diesem Schloss errichten Uwe Marcus Rykov und seine Frau Ariane ein Romy-Schneider-Archiv.  Foto: dpa/Patrick Pleul

Die Rykovs gründeten einen inzwischen mehr als 400 Mitglieder zählenden Förderverein und kauften das Gebäude von der Gemeinde. Im Erdgeschoss soll es Ausstellungen und Filmabende geben. Die erste Etage wird das eigentliche Museum für die Schauspielerin und ihr künstlerisches Werk beherbergen. Angedacht sind auch „Themenzimmer“, in denen Original-Inventar von Romy Schneider steht und in denen Fans übernachten können.

Auch wenn das Schlossinnere noch immer eine Baustelle ist: Starten will Ariane Rykov am 23. September, dem 82. Geburtstag der berühmten Schauspielerin, mit einer ersten Foto-Ausstellung im Schloss. Im Grünen Salon werden Schwarz-Weiß-Aufnahmen aus den 60er-Jahren gezeigt. Die Leihgaben stammen von Roger Fritz, der als Regieassistent während Dreharbeiten mit der Künstlerin in einem Haus gelebt hatte.

Vom 9. Oktober an werden die Romy-Schneider-Fotos anlässlich einer Modenschau auch im Quartier 206 in Berlin gezeigt. „Die Designerin hatte uns darum gebeten. Wir nutzen die Gelegenheit, um in der Hauptstadt auf uns in der Lausitz aufmerksam zu machen“, so Ariane Rykov.