Das Berliner Unternehmen Ubitricity  soll  in Berlin Straßenlaternen zu E-Auto-Ladepunkten aufrüsten. 
Das Berliner Unternehmen Ubitricity  soll  in Berlin Straßenlaternen zu E-Auto-Ladepunkten aufrüsten.  Ubitricity /Christina Weineich

Es könnte so einfach und so schön sein. E-Auto (es werden immer mehr zugelassen) unter der Laterne in der Nähe parken, Stecker über Nacht rein und am Morgen ist die Batterie voller. Doch der Ausbau des Netzes an Ladesäulen an Laternen stockt. Die Berliner Zeitung berichtet, dass gerade einmal 58 der versprochenen 1000 Punkte installiert sind. 48 sind es in Steglitz-Zehlendorf, zehn in Marzahn-Hellersdorf.

Langwierige Absprachen, zu viele Akteure 

Senatsverwaltungssprecher Jan Thomsen begründet die Verzögerungen gegenüber dem Blatt mit der „Vielzahl zu involvierender Akteure, dem insgesamt sehr hohen Netzanschlussaufkommen in Berlin, dem aktuell allgemein hohen Krankenstand auf allen Seiten und sogar mit witterungsbedingten Einschränkungen beim Tiefbau.“ Wozu Tiefbauarbeiten nötig sein sollen erschließt sich aber nicht. Die Umrüstung von Laternen zu Ladesäulen erfolgt ja gerade unkompliziert und schnell ohne großes Verlegen neuer Leitungen.

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Mit dem Projekt „Neue Berliner Luft“ hatte das Start Up Ubitricity einen sieben  Millionen Auftrag des Landes Berlin erhalten, 1000 Laternen sollten umgerüstet werden. Unter dem Namen Heinz wurden die ersten Säulen im Sommer eingeweiht. 

Das Berliner Unternehmen Ubitricity darf endlich auch in Berlin Straßenlaternen zu E-Auto-Ladepunkten aufrüsten. Bis Ende Juni sollen die ersten 200 Punkte installiert sein.
Das Berliner Unternehmen Ubitricity darf endlich auch in Berlin Straßenlaternen zu E-Auto-Ladepunkten aufrüsten. Bis Ende Juni sollen die ersten 200 Punkte installiert sein. Ubitricity /Christina Weineich

Doch warum dauert es so lange, bis in Kiezen mit Mehrfamilienhäusern die Laternen umgerüstet sind? Bei dem Anbieter macht man laut Berliner Zeitung unter anderem aufwendige Abstimmungen und lange Wartezeiten etwa bei der Freigabe durch den Stromnetzbetreiber, das landeseigene Unternehmen Stromnetz Berlin für die schwerfällige Umrüstung verantwortlich.

Berlin bleibt hinter Zielen weit zurück 

Weil es nur langsam voran geht, rudert man auch im Senat zurück und sieht bis zum Sommer nur noch eine dreistellige Anzahl an Laternenladepunkten vor.

Dabei wächst der Bedarf an Ladesäulen kontinuierlich. Im letzten Jahr wurden in Berlin 10.000 E-Autos neu zugelassen, die Hybridfahrzeuge noch nicht eingerechnet. „Dagegen wuchs die Zahl der öffentlich zugänglichen Ladepunkte in der Stadt laut offiziellem Register der Bundesnetzagentur nur um 200“, so die Berliner Zeitung. Demnach stünden aktuell in Berlin insgesamt 2099 Ladepunkte zur Verfügung, von denen 259 zu Schnellladestationen gehören.  Es wird also eng an den vorhandenen Säulen, Besitzer müssen länger auf freie Stecker warten. Waren es im letzten Sommer noch zehn E-Autos, die sich die Ladesäule teilen mussten, sind es nun schon 13.