Kurt Krömer bei einem seiner letzten Auftritte im September 2020, bevor er in die Tagesklinik ging. imago/Pop-Eye

In Berlin ist Kurt Krömer schon seit vielen Jahren ein Star. Und spätestens mit seiner Teilnahme an den ersten beiden Staffeln von „LOL – Last One Laughing“ weiß ganz Deutschland, wie witzig der 46-Jährige ist. Doch das ist eben nur die eine Seite von Alexander Bojcan, wie die Berliner Kodderschnauze mit bürgerlichem Namen heißt: Im März machte er in seiner Show „Chez Krömer“ seine Depression öffentlich. Nun schreibt Kurt Krömer auch ein Buch über seinen Umgang mit der Krankheit.

Kurt Krömer schreibt ein Buch über seine Depression

Im März soll Kurt Krömers Buch mit dem Titel „Du darfst nicht alles glauben, was du denkst: Meine Depression“ erscheinen. Es soll für einen offenen Umgang mit psychischen Krankheiten werben. Zudem sei es kein Leidensbericht, sondern eine Liebeserklärung an das Leben und die Kunst, wirbt der Verlag Kiepenheuer & Witsch. Es sei der Lebensbericht eines Künstlers, der bislang nicht viel seines Privatlebens veröffentlich hatte. Er breche darin Tabus nicht zum Selbstzweck, sondern um anderen Menschen zu helfen.

Erstmals wagte Kurt Krömer diesen Schritt im März. Er hatte sich seinen Komiker-Kollegen Torsten Sträter zu „Chez Krömer“ eingeladen, der seit 2018 Schirmherr der Deutschen Depressions-Liga ist. In diesem Rahmen öffnete er sich erstmals der Öffentlichkeit.

Kurt Krömer besuchte zahlreiche Ärzte

Kurt Krömer berichtete, dass er in der Vergangenheit Aufträge wegen Erschöpfung hatte absagen müssen. Er berichtete von zahlreichen Arztbesuchen. „Ich dachte, vielleicht bin ich ein Hypochonder, weil ich irgendwann glaubte, ich hätte einen Tumor, ein Blutgerinnsel. Ich bin durch die ganzen Röhren und jeder Arzt sagte mir, wir finden nichts. Bis mich im vergangenem Jahr einer ansprach und sagte, vielleicht bist du depressiv“, erklärte der Komiker.

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Kurt Krömer spricht mit Torsten Sträter über seine Depression. RBB/Daniel Porsdorf

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Er konnte schlechter schlafen, litt an Konzentrationsschwierigkeiten, viele Symptome kamen für den alleinerziehenden Vater hinzu, beschrieb er damals und bezeichnet seine Depression als eine „alte fette Hexe, die auf dem Brustkorb steht und dich bewegungslos macht“.

Kurt Krömer: Im vergangenen Jahr erlebte er einen Tiefpunkt

Sein negativer Höhepunkt: Im vergangenen Jahr habe er allein vier Stunden gebraucht, um eine Einkaufsliste zu schreiben. „Dann waren fünf Dinge auf der Liste drauf, bin dann in den Supermarkt, habe angefangen zu weinen, weil ich dachte, dass ich nicht mehr weiß, wie das hier alles geht.“ Krömer verließ weinend das Geschäft. „Habe mich geschämt, nach Hause zu gehen, weil ich meinen Kindern sagen musste, dass ich nicht mehr weiß, wie das Einkaufen geht.“

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Nach einer Auftrittsreihe im September sei er dann für acht Wochen in die Tagesklinik. Das habe ihm sehr geholfen. „Ich habe die Sau aus dem Haus getrieben“, sagte er im März. Heute sagt er: „Ich war 30 Jahre depressiv. Ich muss damit leben. Und ich habe keinen Bock, das zu verheimlichen.“ Das macht er nun mit seinem Buch.