Seine Fernseh-Zeit ist vorbei - aber der "Zauberpeter" zaubert noch. Foto: imago/Jörn Haufe

Er war einer der Stars des DDR-Fernsehens, stand in über 100 Folgen der Kindersendung „Kunterbunt“ und im „Kessel Buntes“ auf der Bühne: Peter Kersten, besser bekannt als „Zauberpeter“. Wer dachte, die glorreichen Zeiten des Kult-Magiers sind vorbei, der hat sich geirrt: Kersten steht noch immer auf der Bühne. Und kehrt jetzt nach einer Corona-Pause zurück.

Am Freitag steht der heute 77-Jährige wieder auf den Brettern, dieses Mal im Kulturzentrum Parksäle im sächsischen Dippoldiswalde – und das ist selbst mit jahrelanger Show-Erfahrung eine Neuheit. „Das ist für mich auch eine Premiere. Ich stehe zum ersten Mal unter Corona-Bedingungen auf der Bühne. Das muss ich erst einmal testen, wie es funktioniert, wenn das Publikum verteilt sitzen muss“, sagte er der „Sächsischen Zeitung“. „Ich bin gespannt, wie das wird, ob unter diesen Umständen überhaupt richtig Stimmung aufkommen kann.“ Er selbst sehe die Corona-Einschränkungen eher skeptisch, hätte eher das „schwedische Modell“ begrüßt. „Die Besucher können aber eine bunte Zaubershow erwarten, in der ich auch mit Filmeinspielungen arbeite und etwas von meinen Weltreisen berichten werde.“

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Kersten hatte seinen ersten Fernsehauftritt im Jahr 1964 in einer Talent-Show von Heinz Quermann. Seine eigentliche Karriere begann er zehn Jahre später in der Berliner Revue „Hokus Pokus Ferdinand“ an der Seite des gleichnamigen Clowns. Im DDR-Fernsehen waren später mehr als 100 Folgen der Kindersendung „Kunterbunt“ zu sehen, außerdem war er der Zauberer Gast in der Sendung „Ein Kessel Buntes“. Nach der Wende drehte er außerdem zahlreiche Reise- und Auslandsreportagen. Auch in den Wühlmäusen und im Friedrichstadt-Palast trat Kersten auf.

Zu seiner Geschichte gehört auch das Schloss Kuckuckstein im sächsischen Liebstadt – von 1985 bis 1991 wurde hier die Fernsehsendung „Zauber auf Schloss Kuckuckstein“ produziert. „Der Kuckuckstein ist immer meine künstlerische Heimat gewesen", sagt der 76-Jährige. Das Schloss soll in den kommenden Jahren saniert und wieder zum Kultur-Hotspot gemacht werden. Die Unternehmer Susanne und Jens Höhnel kauften es vor zwei Jahren, um es vor dem Verfall zu retten.

Eine Mischung aus Kultur, Natur, Musik und Theater sei geplant. „Das Schloss soll auch ein Treffpunkt für lokale Vereine sein“, sagt Jens Höhnel. Und: Auch Zauberei gibt es hier weiterhin. Zum letzten Mal stand er hier im Juli auf der Bühne – ohne Zuschauer. „Das Schloss hat ja neue Eigentümer bekommen, und ich bin dort wieder regelmäßig zu Gast, wenn auch jetzt ohne Fernsehen. Ende September sind wieder zwei Auftritte dort im Rittersaal geplant“, sagt er. „Die letzten Veranstaltungen dort waren alle ausverkauft.“