Heinrichplatz in Kreuzberg. (Archivbild) dpa/Britta Pedersen

Nach einem Einspruch aus der Bevölkerung muss Berlin auf den geplanten „Rio Reiser Platz“ in Kreuzberg warten. Der Einspruch sei eingehend rechtlich geprüft worden und habe aufschiebende Wirkung für die Umbenennung, hieß es am Donnerstag beim zuständigen Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg. Zuvor hatte RBB-Inforadio berichtet.

Rio Reiser (1950-1996, „König von Deutschland“) wäre in diesem Jahr 70 geworden. Bekannt wurde er zuvor auch mit der Band „Ton Steine Scherben“.

Rio Reiser prägte Kreuzberg

„Rio Reiser und Ton Steine Scherben haben Rockgeschichte und die Geschichte Kreuzbergs geprägt“, hatte das Bezirksamt die Umbenennung des bisherigen Heinrichplatzes begründet. An den Musiker zu erinnern, sei im Sinne der Diversität. „Schwulsein war für ihn in den 70ern selbstverständlich, während es damals in weiten Teilen der Gesellschaft und auch in der linken Szene noch lange nicht als gängig galt.“

Die Umbenennung des Heinrichplatzes an der Oranienstraße im Herzen von „SO36“  war im April per Amtsblatt angekündigt worden.

Zu einer Veranstaltung war laut Bezirksamt bisher nicht eingeladen worden. Allerdings war im Rahmen des Scherben-Festivals „Wenn die Nacht am tiefsten“ (vom 7. Juni an) für den 12. Juni eine Feier auf dem Platz vorgesehen. Die Organisatoren konnten am Donnerstag zunächst nicht sagen, ob es noch eine Veranstaltung geben werde.